Eingezäuntes Wiesenstück sorgt in Kufstein für Ärger
Ersessenes Recht oder privater Grund? Eine für Schafe abgesperrte Wiese sorgte am Weg zur Duxer Alm für Verstimmung unter Wanderern.
Von Michael Mader
Kufstein –Über die Art und Weise, wie man zur Duxer Alm im Gemeindegebiet von Kufstein kommt, ist ein Streit entbrannt. Der Kufsteiner Gemeinderat und Rechtsanwalt Richard Salzburger meint dazu: „Seit Jahrzehnten verläuft nahezu über die gesamte Skipiste unterhalb des Kaiserlifts ein Fußweg. Diesen Sommer hat plötzlich einer der Grundeigentümer den Weg zwischen Hinterdux und Duxer Alm im Bereich des Endes des Hohlweges durch einen Zaun abgesperrt und mit einem Schild Wanderern signalisiert, dass es sich um ein Privatgrundstück handle, dessen Betretung nicht gestattet ist.“
Salzburger ist der Meinung, dass hier das Wegerecht längst ersessen ist und nun die Stadt am Zug sei, rechtlich gegen den Grundeigentümer vorzugehen. Sollte nämlich die Absperrung über einen längeren Zeitraum geduldet werden, würde man des Gehrechts verlustig gehen. „Ich erwarte mir daher, dass hier rechtzeitig entsprechende Schritte ergriffen werden“, sagt Salzburger.
Angesprochen ist Bürgermeister Martin Krumschnabel: Der sieht nach Rücksprache mit den entsprechenden städtischen Abteilungsleitern keinen Grund zum Einschreiten: „Unsere Leute sind der Meinung, dass das völlig legal ist. Es gibt hier kein normales Bedürfnis, querfeldein zu gehen, zumal daneben der normale Weg verläuft.“
Der Besitzer der Flächen, der frühere Unternehmer Richard Labek, wehrt sich ebenfalls. Er hat vor etwa sechs Jahren einen Teil der Wiesen und Weideflächen in diesem Bereich von der Familie Enzler erworben: „Schon zu Besitzzeiten der Familie Enzler sind immer wieder einzelne Leute nicht auf dem öffentlichen Weg Streuhüttl – Duxer Alm gegangen, sondern einfach quer über die Wiese, obwohl das überhaupt nicht kürzer ist.“
Ein ersessenes Wegerecht stellt er jedenfalls in Abrede, weil sowohl der Vorbesitzer als auch er diesen Durchgang nie geduldet hätten und immer wieder entsprechende Hinweisschilder aufgestellt worden seien.
Eingezäunt hat Labek den Bereich übrigens für seine rund 40 Schafe. „Schafe sind aufgrund ihres dicken Fells aber nicht mit einer einfachen Elektrostrom-Einzäunung im Gelände zu halten. Speziell im Naturschutzgebiet ist es strengstens untersagt, dass die Schafe im angrenzenden Wald wild weiden“, erklärt Labek. Nachdem die Tiere jetzt aber wieder im Stall bei Gut Aigen sind, hat er die Absperrung bis zum nächsten Jahr wieder verräumt. Labek: „So können an dieser Stelle die Tourenskigeher wieder wie vereinbart zu Tal fahren.“
Wo aber der vorhandene Steig von der Dickichtkapelle zur Duxer Alm die Weidefläche kreuzt, wurden zwei Holzgatter für die Fußgänger zur Querung vorgesehen. Ebenfalls bei der so genannten Neumayer-Scharte beim Weg zur Neumayer-Hütte.
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