Gesellschaft

Kritik an Nistkästen für Falken

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Um die Taubenpopulation in Kitzbühel zu verringern, sollen Turmfalken angesiedelt werden. Der Tierschutzverein ist dagegen.

Kitzbühel –Tauben haben ein schlechtes Image: Sie übertragen Krankheiten und mit ihrem Kot verschmutzen sie Balkone, Fenstersimse und ganze Fassaden. In städtischen Gebieten, wo das Futterangebot groß ist, können die Vögel zum Problem werden. So auch in Kitzbühel. Deshalb fand kürzlich ein Gespräch zwischen Bürgermeister Klaus Winkler, Gemeinderat Ludwig Schlechter, dem ehemaligen Sprengeltierarzt Edgar Ganster, der Obfrau des Tierschutzvereins Inge Rauchenecker, der Amtstierärztin Helga Dengg sowie dem Umweltbeauftragten Wolfgang Österreicher statt. Das Ergebnis: Turmfalken sollen die „Plagegeister“ vertreiben.

„Es gibt rund 200 Tauben in Kitzbühel“, sagt Ganster und beruft sich auf eine These des Instituts für Biologie an der Universität Basel, wonach die Taubenanzahl im Vergleich zur Einwohnerzahl ein Prozent nicht überschreiten sollte. Bei ca. 8200 Einwohnern in Kitzbühel gelten demnach „nur“ 82 Tauben als verträglich.

Um die Population einzudämmen, sollen demnächst drei Nistkästen im Stadtgebiet aufgestellt werden, um Turmfalken anzusiedeln, welche die Tauben vertreiben sollen. „In Schwaz hat man damit bereits Erfolg gehabt“, sagt Ganster.

Mit dieser Lösung zeigt sich die Obfrau des Tierschutzvereins Inge Rauchenecker alles andere als zufrieden. Sie ist für einen Taubenschlag. „Diesbezüglich laufen bereits seit ein paar Jahren Gespräche mit der Stadtgemeinde. Mir wurde ein Taubenschlag noch im November schriftlich zugesagt.“ Demnach sei eine solche Einrichtung im ehemaligen Gebäude der Bezirkshauptmannschaft geplant gewesen. „Aber jetzt hat sich alles geändert. Das Vertrauensverhältnis zwischen der Stadtgemeinde und dem Tierschutzverein ist auf unterstem Niveau“, zeigt sich Rauchenecker enttäuscht. Außerdem stellt sie die Wirksamkeit von Turmfalken in Frage. „2011 hat man dasselbe in Innsbruck versucht und es hat nicht geklappt.“

Bürgermeister Klaus Winkler hält fest, dass sich das Turmfalkenprojekt „als wesentlich wirkunsvollere, schneller umsetzbare und kostengünstigere Maßnahme darstellt“. Laut Ganster kostet ein Nistkasten 120 Euro.

Sollten die Turmfalken die Tauben bis 2018 nicht vertreiben können, würde man einen Taubenschlag wieder ins Visier nehmen. Rauchenecker betont, dass sich der Tierschutzverein dann aber von diesem Projekt zurückziehen wird. (miho)