Tirol

Große Sorge wegen Trockenheit in Tirol

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Weiße Weihnachten? Schnee von gestern! Fernab nostalgischer Bedürfnisse beschäftigen sich Forstexperten und Feuerwehr mit den Gefahren, die die Dürre mit sich bringt.

Von Michaela S. Paulmichl

Innsbruck –„Die atlantischen Tiefdrucksysteme werden irgendwann den Alpenraum erreichen.“ Eine Zukunftsaussicht, vor allem aber eine Hoffnung, die seit November Woche für Woche enttäuscht wird. Seit einem Monat gab es in Westösterreich keine Niederschläge mehr, und daran wird sich in den nächsten Tagen nicht viel ändern. „Ein paar Millimeter“ sagt Michael Staudinger, Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, für heute und die nächsten ein, zwei Tage bestenfalls voraus. Er spricht von Dürre, der November war 30 % trockener als im Schnitt, im Dezember werden 50 bis 60 % Abweichung erwartet. Staudinger rechnet damit, dass es – wie meistens – im Jänner einen Wetterumschwung gibt, der endlich Schnee bringen soll. Doch vorerst herrschen noch höhere Temperaturen im Alpenraum.

Die Auswirkungen sind „prekär“, wie Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl sagt. Wenn es weiterhin trocken bleibt, sogar „dramatisch“. Die Gefahr für Waldbrände sei sehr hoch. „Wenn man sich die Südhänge anschaut oder durch den Wald geht, hat man den Eindruck, es ist noch schlimmer als im vergangenen Jahr. Es braucht stärkere Schneefälle, ein halber Zentimeter bringt gar nichts.“ Das nur für Waldgebiete und Gefährdungsbereiche verhängte Feuerwerksverbot zum Jahreswechsel sollte seiner Meinung nach überdacht werden, wenn es weiterhin trocken bleibt. „Dann sollte man ein generelles Verbot in Erwägung ziehen.“

Landesforstdirektor Josef Fuchs sieht dafür vorerst keine Notwendigkeit: „Der Dezember war bisher zwar eindeutig zu trocken, aber wir haben nicht diese hohen Temperaturen wie im vergangenen Jahr. Durch die kalten Nächte bildet sich Morgenreif an der Oberfläche.“ Doch auch er geht von einem „sehr hohen Brandpotenzial“ aus. In Tirol gebe es sehr viele Hütten oder Ferienhäuser im Wald, in denen die Leute Silvester feiern. „Es geht darum, zu sensibilisieren, aufmerksam zu machen, aber eigentlich müsste einem der Hausverstand sagen, dass man bei dieser Trockenheit nicht unkontrolliert losballern sollte.“ Im letzten Jahr hatte ein Böller einen Waldbrand ausgelöst.

Schnee ist aber auch für die Vegetation wichtig, um Frostschäden zu vermeiden. Ohne Frost wiederum überleben mehr Schädlinge. Ohne durchgehende Schneedecke ist außerdem die Feuchtigkeitsversorgung im Wald gefährdet, und letztlich geht es auch um eine nachhaltige Wasserversorgung. Schnee schmilzt langsam, während das Wasser bei Regengüssen schnell abfließt.

Bleibt es trocken, sollte laut Feuerwehrkommandant Peter Hölzl über ein generelles Feuerwerksverbot nachgedacht werden.
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