Innsbruck

Alpenkrimi ohne Lederhosen-Gaudi

Mitten in Innsbruck spielen sich in den „Veilchen-Romanen“ dramatische Szenen ab.
© Trenkwalder

Joe Fischler hat seinen Traum wahr gemacht. Der dritte Roman seiner Tiroler „Veilchen-Krimis“ schaffte es gar auf die heimischen Bestsellerlisten.

Von Hubert Trenkwalder

Innsbruck –Ist zuhause schon für Spannung gesorgt während der Weihnachtsferien? Wenn da noch die eine oder andere Minute unverplant ist, dann sei dem werten Leser der neue Krimi des Völser Autors Joe Fischler ans Herz gelegt: „Veilchens Blut“.

Da gibt es schon auf den ersten paar Seiten eine wilde Fahrt auf einem aufgemotzten Mofa, mit dem Kriminalassistenten am Lenker und der jungen, unkonventionellen Tiroler Kommisarin auf dem Gepäcksträger, vom Zirler Berg runter ins Tal, und zwar in Valentino-Rossi-Manier. Ihre Tochter, vor 24 Jahren zur Adoption freigegeben, ist aufgetaucht, und sie steckt in Schwierigkeiten.

Der Autor im Übrigen nicht. Ein sympathischer Zeitgenosse ist er, der Joe Fischler, Verlagsautor bei Haymon seit 2015, und mit seinem dritten „Veilchen“-Roman schoss er binnen kürzester Zeit in die Top 10 der österreichischen Bestsellerlisten.

Auf die Lederhosen-Folklore-Abteilung, die sich ja bei anderen Autoren blendend verkauft, verzichtet Joe mit Absicht: „Die Kommisarin Valerie Mauser ist eine junge, moderne Frau – eine Tirolerin halt. Da braucht es nicht zwangsläufig die Almrausch-Idylle.“

Er selbst war in seiner Jugend übrigens Waldhornist bei der MK Völs, nach Abschluss des Jurastudiums fünf Jahre lang in Banken tätig. „2007 trieb mich der ausgeprägte Freiheitsdrang in die Selbstständigkeit, wo ich meinen Durchbruch letztlich im Schreiben fand, als Blogger mit eigenem Online-Wirtschaftsmagazin.“

2011 schrieb Fischler ein Sachbuch zum Thema Internet, welches zum Bestseller der höherpreisigen Wirtschaftsliteratur wurde. „Veilchens Winter“, der erste Teil der Krimireihe rund um „Valerie Mauser“, von ihrem übergewichtigen Gefährten „Stolwerk“ liebevoll „Veilchen“ genannt, hat inzwischen Gold-Status – für über 25.000 verkaufte Bücher.

„Veilchens Blut“ fällt stilistisch übrigens etwas aus der Reihe, unterscheidet sich von seinen erfolgreichen Vorgängern, und das mit voller Absicht. Turbulente Verfolgungsjagden, groteske, teils absurde Szenen, ganz viel Hochgeschwindigkeit, amouröse Verstrickungen, genau das Richtige für einen kalten Wintertag zuhause.

Von Joe Fischler wird noch zu hören sein. Und „Veilchens“ Geschichten sind garantiert noch lange nicht auserzählt.