Zürcher Börse schließt im Plus
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag nach einem insgesamt ruhigen Handelsverlauf im Plus geschlossen. Größere Imp...
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag nach einem insgesamt ruhigen Handelsverlauf im Plus geschlossen. Größere Impulse blieben am großen Verfallstag - dem sogenannten „Hexensabbat“ - aber aus. Actelion und Lonza gingen nach einer jeweils sehr bewegten Handelswoche als Tagessieger aus dem Rennen.
Insgesamt überrasche eine Atempause nach dem jüngsten Kursauftrieb nicht, meinte ein Händler. Nachdem die US-Währungshüter zur Wochenmitte ihre zweite Zinserhöhung seit Ausbruch der Finanzkrise vornahmen und für das kommende Jahr drei weitere in Aussicht stellten, geriet die nach dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl gestartete Rekordjagd an den Aktienmärkten ins Stocken. Außer der Sitzung der japanischen Notenbank in der kommenden Woche sind bis zum Jahresende keine wichtigen ökonomischen Daten mehr zu erwarten.
Der Swiss Market Index (SMI) stand zum Handelsende 0,16 Prozent höher bei 8.227,72 Punkten. In der Gesamtwoche resultiert damit ein Plus von 1,6 Prozent. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legte um 0,29 Prozent auf 1.300,28 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,23 Prozent auf 8.945,48.
Im Rampenlicht standen einmal mehr Actelion, die mit Aufschlägen von 10,5 Prozent auf 218,20 Franken auch klar die Tagessieger waren. Der Basler Biotechkonzern wird seit Wochen umworben, zuletzt offenbar von der französischen Sanofi. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg befinden sich die Übernahmegespräche mit den Franzosen in einer fortgeschrittenen Phase, genannt wird ein Übernahmepreis von 275 US-Dollar (283 Franken), was das Unternehmen mit etwa 30,5 Milliarden Franken bewerten würde. Zur Wochenmitte war der US-Konzern Johnson & Johnson aus dem Übernahmerennen ausgestiegen.
Eine kräftige Gegenbewegung vollzogen die Titel des Lifescience-Zulieferers Lonza (+4,8 Prozent) auf die am Vortag erlittenen Einbußen. Die Aktien hatten am Donnerstag rund 5 Prozent verloren, nachdem der Konzern die Übernahme des US-Kapselherstellers Capsugel für 5,5 Milliarden US-Dollar sowie eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Akquisition bekanntgegeben hatte. Bereits zu Wochenbeginn war es nach ersten Meldungen zu Gesprächen über eine Großübernahme zu klaren Kursabgaben gekommen.
Eine Stütze waren zudem die beiden Schwergewichte Roche (+0,3 Prozent) und Novartis (+0,4 Prozent). Letztere standen zur Mittagszeit noch im Minus. Für Aufwind sorgte hier eine positive Beurteilung für die Medikamente Votubia und Ilaris durch einen Fachausschuss der Europäischen Arzneimittelbehörde. Am Morgen hatte Novartis die Übernahme der britischen Ziarco-Gruppe bekannt gegeben. Der Basler Pharmakonzern kann damit sein Dermatologie-Portfolio vergrößern.
Einen guten Lauf zeigten die Versicherungswerte Bâloise (+1,3 Prozent) und Zurich (+0,7 Prozent). Bei den konjunktursensitiven Werten hatten Richemont (+0,8 Prozent) die Nase vorn. Mit Clariant (+0,8 Prozent) reihte sich zudem ein Chemiewert ganz vorne mit ein.
Bei den Verlierern schnitten Adecco (-1,3 Prozent) am schwächsten ab. Die Aktie des Personalvermittlers lag zuletzt gut im Markt. Auch andere Zykliker wie Sika (-0,8 Prozent) und SGS (-0,7 Prozent) wurden verkauft. Ausgeprägtere Verluste verzeichneten auch die Großbankenwerte UBS und CS (je -1,2 Prozent), die am Vortag allerdings einen starken Lauf hatten.
~ ISIN CH0009980894 ~ APA483 2016-12-16/18:38
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