Thirsty Eyes - Eine Hoffnung in Sachen Rock

Wien (APA) - Hier stimmen die Zutaten: Das Quartett Thirsty Eyes hat am Freitagabend im Flex Cafe einen weiteren Beweis geliefert, dass die ...

Wien (APA) - Hier stimmen die Zutaten: Das Quartett Thirsty Eyes hat am Freitagabend im Flex Cafe einen weiteren Beweis geliefert, dass die Band zu einer der großen Wiener Hoffnungen in Sachen Rock zählt. Die erst im Sommer 2015 gegründete Formation konnte bei dem gestrigen Event aber nicht nur als Live-Act überzeugen, sondern auch mit dem Berliner Swans-Gitarristen Kristof Hahn als Gaststar aufwarten.

Statt einem Gründungsmythos steht hinter der Entstehung von Thirsty Eyes das Zusammentreffen zweier DJs in einem Wiener Szenelokal, dem Tanzcafe Jenseits. Dort lernten sich Sänger und Gitarrist Samuel Ebner, 93er-Jahrgang und Philipp Moosbrugger, seinerseits seit fast zwei Jahrzehnten musikalisch tätig, unter anderem für Fatima Spar, kennen. Die gemeinsame Liebe zu Genres wie Protopunk und Krautrock sollte in die Gründung der Band münden und bereits Anfang 2016 zur ersten Single „Modesty Between Strangers“ führen, die mit einer Auflage von 300 Stück an den Start ging.

Der gestrige Auftritt mit Hahn war vielleicht der bisherige Höhepunkt im Jahr 2016. „Ich habe Spaß an der Sache und Lust etwas Ungezwungenes zu machen“, sagte dieser nach seinem Kurzauftritt mit der wohl lautestens Lap-Steel-Gitarre der Welt. Jedoch wird für Thirsty Eyes nach rund 20 Liveauftritten, unter anderem am Wiener Popfest und in der 8MM-Bar in Berlin, 2017 das bestimmende Jahr werden. „Die Präsenz auf der Bühne war notwendig, sonst hat man nicht den Ansatz einer Chance“, erläuterte Ebner. Die Chance kam, denn mit dem Swans-Gitarristen Hahn fand man nach dem Auftritt in Berlin zum einem den Produzenten für das kommende Album, zum anderem steht man auch knapp vor der Vertragsunterzeichnung mit einem renommierten, international ausgerichteten Management.

Ebner, der sich auf der Bühne als stimmlich variabler und äußerst präsenter Musiker erwies, will sich im Gespräch mit der APA trotz deutlicher Rockanleihen aber keinem Stil unterwerfen. Zwar tritt man als klassische Rockformation auf, Anleihen an Garage-Rock und Psychedelic sind erkennbar, doch „wir haben keine Garage und nehmen auch kein LSD“, weist er derartige Schubladisierungsversuche von sich. „Wir wollen unsere eigene Welt kreieren, es gibt keinen Stil“, weist er Genrefestlegungen von sich.

Auch die Position als Frontmann ist keine, die unbedingt angestrebt wird. „Das wollte ich nie sein. Wir sind ein funktionierender Mix, bestehend aus vier Menschen, die auf ihre Art einzigartig sind“, stellt Ebner stattdessen fest und nennt auch gleich die Ziele für 2017: Eine erste EP - die Aufnahmen dafür werden gegenwärtig abgeschlossen - ein Videorelease im Frühjahr, für den man den Regisseur und Filmemacher Ioan Gavrilowitsch gewinnen konnte, ausgiebiges Touren - und spätestens im Herbst soll das erste Album vorliegen. „Ob auf CD oder Vinyl ist dabei egal. Eine Platte ist inzwischen soviel Wert wie ein T-Shirt - und wird genau so oft gekauft“, lautet hier die eher abgeklärte Einschätzung. Die druckvolle Präsenz der Thirsty Eyes steht jedenfalls schon jetzt für sich.