Fußball: 2 kurdische Clubs spielen vorerst nicht in irakischer Liga
Bagdad/Erbil (APA/AFP) - Aus Protest gegen kurdenfeindliche Sprechchöre wollen zwei Fußballvereine aus der autonomen Kurdenregion im Irak vo...
Bagdad/Erbil (APA/AFP) - Aus Protest gegen kurdenfeindliche Sprechchöre wollen zwei Fußballvereine aus der autonomen Kurdenregion im Irak vorerst nicht um die irakische Meisterschaft spielen. Als die Spieler der Kurdenmetropole Erbil am Samstag in der schiitischen Stadt Nadschaf aufgelaufen waren, hatten die Anhänger der Gastgeber Parolen gerufen, die Erbil in Verbindung mit der Terrororganisation „IS“ brachten.
Das irakische Fernsehen stoppte daher vorübergehend die Tonübertragung. „Wir haben unsere Spieler zurückgerufen wegen der Parolen (...), die das Publikum in Nadschaf gegen Kurdistan und seine politischen Akteure aufwiegelten“, sagte Clubchef Abdallah Madschid der Nachrichtenagentur AFP. Solche verbalen Angriffe seien „nicht hinnehmbar“ und hätten „keinen Platz im Sport“.
Erbil spiele so lange nicht mehr um die irakische Meisterschaft, bis „auf der politischen Ebene eine Entscheidung getroffen“ worden sei, betonte Madschid. Aus Solidarität mit Erbil verabschiedete sich auch der kurdische Club Sacho vorerst aus der irakischen Liga. Der irakische Fußballverband entschuldigte sich in einer Erklärung bei Erbil für den Zwischenfall im Stadion und kündigte Sanktionen an.
Mitte Oktober hatte die irakische Armee gemeinsam mit schiitischen Milizen und kurdischen Peschmerga-Kämpfern eine Offensive gegen die IS-Herrschaft in Mossul gestartet. Die Spannungen zwischen Schiiten und Kurden bestehen im Irak jedoch fort.
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