Vogelgrippe - Hoffen und Bangen in Forschungsstelle Grünau
Grünau im Almtal (APA) - Die Vogelgrippe, die sich nach Experteneinschätzung bereits zur Pandemie unter Wildvögeln ausgeweitet hat, setzt ni...
Grünau im Almtal (APA) - Die Vogelgrippe, die sich nach Experteneinschätzung bereits zur Pandemie unter Wildvögeln ausgeweitet hat, setzt nicht nur die Geflügelbauern unter Druck, sondern auch die Wissenschaft: An der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau bangt man um Gänse und Waldrappe. Aber Vorkehrungsmaßnahmen sind kaum möglich, wie der Leiter der Einrichtung, der Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal, der APA erklärte.
In Oberösterreich wurde bisher eine an H5N8 verendete Ente am Traunsee gefunden, eine weitere am Grabensee in Salzburg nahe der Grenze zu OÖ. Seither gilt in etlichen Bezirken Stallpflicht für Nutzgeflügel, auch im Bezirk Gmunden, in dem die Forschungsstation liegt.
Die rund 170 Graugänse und 40 Waldrappe, die dort im Dienst der Wissenschaft stehen, gelten allerdings als Wildtiere und sind daher nicht davon betroffen. „Wir haben auch Vögel in Volieren, aber die Gänseschar einzusperren wäre kaum möglich“, sagte Kotrschal. „Die Waldrappe könnten wir festsetzen, wenn es wirklich notwendig sein würde“ - Nachsatz: „Das wäre aber weder für die Vögel noch für die Forschung gut.“
„Wir hatten die Situation schon einmal, damals ist glücklicherweise nichts passiert“, erzählte Kotrschal. 2006 waren in Oberösterreich ebenfalls Vogelgrippe-Fälle aufgetreten. Damals kamen die Konrad-Lorenz-Vögel glimpflich davon. „Wir hoffen, dass auch diesmal nichts passiert.“ Das Almtal sei glücklicherweise nicht Teil einer Zugroute, so Kotrschal, damit dürften die Chancen, ohne Infektion zu bleiben, höher sein. Eine Impfung ist offenbar keine Lösung: „Veterinärmediziner sagen mir, dass die zwar den Ausbruch der Erkrankung bei dem geimpften Vogel verhindert wird, aber nicht die Übertragung“, die Maßnahme werde daher „nicht gerne gesehen“.
Die Gänseschar wird in Grünau schon seit mehr als 40 Jahren erforscht, die ersten Aufzeichnungen gehen auf Nobelpreisträger Konrad Lorenz zurück. Vor rund 20 Jahren begann man - erfolgreich - damit, die seit 350 Jahren fast ausgestorbenen Waldrappe im Almtal wieder anzusiedeln. Zudem zählen auch Raben zu den „wissenschaftlichen Mitarbeitern“ der Einrichtung. Gefährdet, an dem Virus zu erkranken, sind alle dieser Spezies.
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