EBEL

Haie zurück auf dem Boden der Tatsachen

Von wegen Augenhöhe – die Haie mit Florian Pedevilla konnten den Vienna Capitals um Torschütze Kelsey Tessier am Sonntag nicht wirklich die Stirn bieten.
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Der Zauber im Haifischbecken ist verflogen: Das 1:4 gegen die Vienna Capitals war die fünfte Niederlage in Serie ohne einen eigenen Punkt. Fünf Tage vor Weihnachten kann man von einem kleinen Krisenherd sprechen.

Von Alex Gruber

Innsbruck — Die gute Nachricht vorweg: Die Niederlage des Villacher SV im Kärntner Eishockey-Derby beim KAC sorgte am Sonntag nach wenigen Spielminuten in der Tiwag-Arena dafür, dass die Haie nicht aus den Top sechs rutschen konnten.

Die Innsbrucker begannen ambitioniert, fanden auch die ersten Chancen vor. Das erste Tor, man erinnere sich an die vergangenen Spiele, schoss aber der Gegner. Flo Pedevilla verlor das Duell vor dem eigenen Tor gegen Taylor Vause (0:1/4.) Der zweite Treffer der Vienna Capitals durch Kelsey Tessier fiel nur zwei Minuten später fast deckungsgleich. Und an dieser Stelle war sicher kein Vorwurf an Goalie Andy Chiodo zu richten, der alleine gelassen wurde. Die Gäste nahmen weitere „Einladungen" in der Folge nicht an, was die Haie im Match hielt. Einem nennenswerten Abschluss von Tyler Spurgeon (15.) fehlte die letzte Entschlossenheit und nach Sedivy-Chance ließ Topscorer John Lammers (19.) die beste Gelegenheit zum Anschlusstreffer liegen, weil er noch einmal querlegen wollte, anstatt völlig frei selbst abzudrücken. Möglicherweise ein Beispiel dafür, welche Rolle das Selbstvertrauen spielt. Fazit: Die Haie machen momentan (zu) schwer ein Tor, die Gegner (zu) leicht. Und das geht an die Substanz.

Mit den bereits in Villach umformierten Angriffsreihen (Hunter-Spurgeon-Smith; Sedivy-Clark-Lammers und Schennach-Lamoureux-Huber) sowie dem pardonierten Daniel Mitterdorfer (stand zuletzt in Villach nicht im Kader) ging's auch ins zweite Drittel. Unfassbar, dass Ondrej Sedivy und Andrew Clark bei einer Doppelchance (23.) kein Tor gelang. Stattdessen durfte Wiens Teamspieler Mario Fischer locker durch die Innsbrucker Abwehr spazieren und zum 0:3 (26.) einnetzen — nicht ganz unhaltbar. Verteidiger Lubomir Stach brachte die Scheibe nach Saringer-Pass dann endlich zum ersten Treffer (1:3/33.) ins Tor, aber nur 30 Sekunden später bestrafte der Tabellenführer die defensiven Unzulänglichkeiten der Hausherren mit dem vierten Tor. Nach 40 Minuten monierten einige erregte Fans auch, warum sich die Haie nicht mit mehr Körpereinsatz wehrten. Denn es gab bis zu diesem Zeitpunkt auch keine einzige Strafe in diesem Match.

Im Schlussabschnitt spannte Coach Rob Pallin wieder die gewohnten Linien zusammen. Der Tabellenführer aus der Bundeshauptstadt spulte aber in souveräner Manier sein Programm cool herunter, außerdem waren die Gastgeber über acht Minuten in Unterzahl. Dort fand Mario Lamoureux gegen seinen Bruder und Caps-Goalie Jean-Philippe Lamoureux noch die beste Gelegenheit für eine Ergebniskorrektur vor (52.). Aber auch diese Szene ging an die Gäste. Chiodo verhinderte mit einigen Rettungstaten im Finish noch Schlimmeres.

Nach fünf punktelosen Spielen und drei verlorenen Heimspielen in Serie nach der 7:0-Gala gegen Salzburg (7.12.) sind jetzt rasch Lösungen gefragt. Denn der Titel „Es wird scho glei dumpa" klingt nur unter dem Christbaum gut. Morgen geht's nach Linz — und es werde wieder Licht.

Ergebnisse vom Sonntag

  • KAC - VSV 3:1 (0:1,1:0,2:0)
  • Black Wings Linz - Graz 99ers 4:5 (0:3,2:1,2:1)
  • Znojmo - Olimpija Ljubljana 4:3 n.V. (0:0,2:0,1:3/1:0)
  • HC Innsbruck - Vienna Capitals 1:4 (0:2,1:2,0:0)
  • HCB Südtirol - Dornbirner EC 3:5 (1:2,0:2,2:1)
  • Red Bull Salzburg - Fehervar 2:3 n.P. (0:0,1:0,1:2/0:0,0:1)