Die Spreu trennt sich in der Eliteliga vom Weizen
In der Eishockey-Eliteliga warten bis Silvester noch drei richtungsweisende Runden.
Von Alex Gruber
Innsbruck –Nur der Titelverteidiger aus Kundl – am Freitag 6:2-Sieger in Zirl – zieht vorne weg. Dahinter halten sogar die Silz Bulls nach dem 4:1-Sieg über Kufstein noch eine Minimalchance aufs Play-off. Eine vorweihnachtliche Standortbestimmung bei den fünf Tiroler Klubs.
EHC Kundl Crocodiles: Zehn Runden, neun Siege. Es läuft beim Meister. Und wie! Das war nach namhaften Abgängen und zwischendurch einigen Ausfällen in dieser Form nicht zu erwarten. „Was will man sagen? Es läuft. Ich hoffe, es bleibt so und wir bekommen keinen Einbruch“, spricht Coach Thomas Müller, der nach seiner Schulteroperation in den kommenden Tagen auch wieder beim Training aufs Eis gehen will. Dann hätten die Crocodiles noch eine Waffe mehr. Dabei führt er das Hoch schon jetzt auf die Kompaktheit (in Linie drei glänzen auch junge Spieler wie Zitz oder Gschöser) und individuelle Klasse (die Ex-Haie Pittl und Stern oder Topscorer Hagler und Haltmeier) zurück. Ein Extralob holt sich auch noch der tschechische Legionär Petr Matousek ab: „Unser Goalie ist richtig gut.“
WSG Wattens Penguins: Der Serienmeister (2012–15) folgt nach dem 12:2-Kantersieg bei Feldkirch/Lustenau hinter Brixen und Hohenems auf Platz vier. „Auswärts sind wir eine Macht“, spielt Sportchef Markus Gander auf fünf Siege in ebenso vielen Partien an. Den Heimfluch will man am Freitag gegen Zirl und dann am Silvestervorabend gegen Brixen transformieren, dazwischen geht’s am Stefanitag nach Silz. „Drei richtungsweisende Spiele“, weiß Gander, der in Richtung seiner Edelroutiniers (Schönberger, Schwitzer-Brüder, Jagersbacher, ...) unterstreicht: „Ihre Namen stehen für Titel. Und ich glaube, dass sie noch hungrig sind und sich nicht so einfach abspeisen lassen.“
HC Kufstein Dragons: Mit dem ehrgeizigen Ziel Finale oder sogar Titelgewinn sind die Festungsstädter in die Saison gestartet. Auf Rang fünf ist man derzeit den vier Play-off-Plätzen fern. „Die Niederlage in Silz war unnötig, aber so ,schiach‘ ist uns nicht zumute. Wir haben die direkten Duelle daheim, und an den Zielen hat sich nichts geändert“, stellt Obmann Gerhard Wilhelm klar: „Die Kundler will ich, wenn’s geht, aber erst im Finale haben.“
EC Gunners Zirl: Nach schwachem Saisonstart kamen die Zirler auf Touren, bei der Niederlage gegen Kundl war nicht alles schlecht. Ein Knipser – Legionär Ben Payne hat auch aufgrund einer Verletzung erst zweimal getroffen – fehlt. Dass sich in den kommenden drei Partien im Kampf um die Play-off-Plätze die Spreu vom Weizen trennt, weiß auch Heinz Thielmann: „Wir haben jetzt in Wattens ein Sechs-Punkte-Spiel, sollten aus den nächsten drei Spielen sechs Punkte machen. Dann bleiben wir im Rennen.“ Eines liegt dem „Heinzi“ als Werber noch am Herzen: „Die Liga ist geil, spannend und brisant wie schon lange nicht.“
Silz Bulls: Statt mit „alten ausgelutschten“ wollen es die Oberländer auf Sicht mit jungen, hungrigen Cracks probieren. Und gegen Kufstein ging die Scheibe endlich rein. Die Stimmung hat sich unter Coach Florian Hirn wieder deutlich verbessert. Das Play-off ist kein Muss, das Projekt Silz Bulls auf mehrere Jahre ausgerichtet.
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