Ski Alpin

Hirscher nimmt bereits den nächsten Sieg ins Visier

Oberkellner Marcel weiß, was das rot-weiß-rote Skivolk begehrt. Also servierte er kurzerhand den vierten Alta-Badia-Triumph in Folge.
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Marcel Hirscher schlug mit seinem vierten Riesentorlauf-Triumph in Folge in Alta Badia das nächste Rekordkapitel auf und überflügelte sogar Alberto Tomba. Der wird heute 50.

Aus Alta Badia: Max Ischia

Alta Badia — Irgendwann wird Marcel Hirscher „superstolz" sein, wie er es ausdrückte. Superstolz, dass er gestern in unnachahmlicher Art zum vierten Riesentorlauf-Triumph in Folge carvte. Superstolz, dass er mit seinem ingesamt fünften Alta-Badia-Sieg selbst den großen Alberto Tomba überflügelte. Superstolz, dass er mit seinem 41. Weltcupsieg die Führung im Gesamtweltcup auf über 200 Punkte ausbaute, dass er mit seinem 97. Weltcup-Podestplatz bald auch Marc Girardelli (100) den Rang ablaufen wird und dass er vielleicht sogar noch Jagd auf den Allergrößten, den Schweden Ingemar Stenmark (155), machen wird.

Irgendwann war freilich nicht gestern. Die historische Glanztat auf der legendären Gran-Risa-Piste war noch keine Stunde vorbei, da hatte Hirscher seinen Fokus schon wieder aufs nächste Rennen gerichtet — den heutigen Parallel-Riesentorlauf (18 Uhr/live ORFeins). „Ihr kennt mich ja", meinte er im kleinen Journalistenkreis unmittelbar nach der Sieger-Pressekonferenz. „Ich versuche gerade, das ganze Feedback, das in mir schlummert, zu verabeiten, zu komprimieren und für morgen zu nutzen."

So tickt eben einer, der alles außer Stillstand im Sinn hat. Und da er sich nach drei zweiten Plätzen in den bisherigen Riesentorläufen schon als „ewiger Zweiter" deklariert hatte, nahm er dies als Initialzündung, noch ein Schäuferl zuzulegen. „Ich hätte auch sagen können: ,Ich bleibe im Bett, schaue einen Film und hoffe, dass es das nächste Mal für ganz oben reicht.' Aber so funktioniert das nicht."

Also legte er einmal mehr Extraschichten ein, tüftelte mit seinem Team unverdrossen an technischen Weiterentwicklungen, um selbst wieder zur Messlatte zu werden. „Sobald ich nicht mehr bereit bin, das zu tun, ist es besser, ich lasse es sein."

Dass die Gegnerschaft zusehends am Salzburger Perfektionisten verzweifelt, ist nicht von der Hand zu weisen. Alexis Pinturault, noch vor wenigen Tagen auch für Hirscher das gegenwärtige Maß aller Riesentorlaufschwünge, war gestern ein wenig neben der Spur, fiel in der Entscheidung spektakulär aus und ließ zum wiederholten Male in diesem Winter wichtige Punkte liegen. Auch Henrik Kristoffersen, der im Clinch mit dem norwegischen Skiverband wohl weiter die Gerichte bemühen wird, gab als Achter Milch. Was nur noch deutlicher machte, mit welcher Konstanz Hirscher punktet.

Den vielleicht schnellsten Schwung hatte gestern Philipp Schörghofer ausgepackt, ehe es den pfeilschnellen Salzburger im Finish des ersten Durchgangs erwischte. „Sehr, sehr bitter, aber zumindest weiß ich, dass ich ganz vorne mitmischen kann. Und ohne Risiko funktioniert es eben nicht."

Ähnliches demonstrierte auch der Fieberbrunner Manuel Feller, der mit spektakulärer wie ungestümer Fahrweise als Fünfter seine vorerst beste Saisonplatzierung einfuhr. Sein Tiroler Landsmann Christoph Nösig zeigte schnelle und weniger schnelle Schwünge, wurde 14. und meinte vorausblickend: „Wenn ich jetzt endlich einmal zwei gute Durchgänge zusammenbringe, dann schaut es gut aus."

Einer, der immer wert auf sein Äußeres legte, wird heute 50: Alberto Tomba. Dass der Jubilar heute in „Tomba City", wie Alta Badia einst umgetauft wurde, vorbeischaut, ist unwahrscheinlich. Hirscher wird's egal sein, zumal er als Kind nicht wirklich zu „La Bomba" aufblickte. Die Erinnerungen sind banaler Natur. „Seine Frauengeschichten habe ich immer vom Papa erzählt bekommen. Was halt so in den Zeitungen stand."

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