Die laufenden Hunde beleben Kreisverkehr

Stams – Im bekanntlich künstlerisch vielfältigsten Kreisverkehr Tirols wird seit seiner Einweihung vor drei Jahren jeweils nach mehreren Mon...

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Der Verkehr fließt im Stamser Kreisverkehr um die laufenden Hunde des Obsteiger Künstlers Hannes Metnitzer.
© Dorn

Stams –Im bekanntlich künstlerisch vielfältigsten Kreisverkehr Tirols wird seit seiner Einweihung vor drei Jahren jeweils nach mehreren Monaten immer wieder die Sehenswürdigkeit in der Mitte ausgetauscht: Nach den Ameisen der Künstlergruppe „Inn-Sekte“ thront nun eine Stahlplastik des Obsteiger Künstlers Hannes Metnitzer inmitten der Verkehrsinsel.

Das klassische Ornament des laufenden Hundes wird in die Dreidimensionalität eines rostigen Stahlkörpers umgeformt und dem Verkehrsteilnehmer beim Rundumfahren die Betrachtung einer in sich gedrehten geometrischen Form geboten, die die festgesetzten Regeln zwischen Linie und Figur zu durchbrechen scheint.

„Der reale Ursprung des Symbols verliert in der Reduktion an Bedeutung“, erklärt der Obmann des Mieminger KunstWerkRaums Mesnerhaus, und: „Die reine Abstraktion ist vom Intellekt her eine größere Leistung als die reine Darstellung.“ Der Betrachter solle in der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Werk aus seinem passiven Konsumverhalten gelockt werden. Doch das, was der Betrachter im Ornament sehe, hänge von seiner Sozialisation ab, gibt Metnitzer zu bedenken: „Es gibt keine objektive Bildbetrachtung. Die Kunst ist an den Geist gewandt, also muss sich auch der Geist damit auseinandersetzen.“

Bis zum Frühjahr lässt sich noch der eigene Blick am Mittelpunkt des Kreises an der Ortseinfahrt in Stams schulen, dann wird der Reigen der Kunstwerke, die die außergewöhnliche Verkehrsinsel schmücken, wieder neuen Zuwachs erhalten. (ado)


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