„Wenn’s z’warm isch, dann isch es z’warm“
Von Helmut Mittermayr...
Von Helmut Mittermayr
Höfen –Wer gehofft hatte, diesen Winter am Hahnenkamm Ski fahren gehen zu können, der wurde zumindest bisher enttäuscht. Die Anlagen der Reuttener Seilbahnen sind zwar in Betrieb, aber für Wanderer und Kaffeetrinker. Allein 500 Personen sind am Donnerstag den Berg hinaufgefahren. Ski und Snowboards bleiben hingegen im Tal, die Beschneiung will einfach – noch – nicht gelingen. Peter Gerber schildert im TT- Gespräch die Problematik.
Im Spätsommer hat die Außerferner Unternehmerfamilie Gerber die Reuttener Bergbahnen von den vier Gesellschaftern TVB Naturparkregion Reutte, Raiffeisenbank Reutte, Sparkasse Reutte und E-Werke Reutte übernommen. „Leider waren wir mit August schon etwas spät dran. Aber noch am Tag der Unterschriftenleistung habe ich den Auftrag für eine neue Beschneiung erteilt. Und dafür schon eine Million Euro investiert.“ Völlig neue Lanzen und Elektronik sowie ein eigener Wasserkühlturm am Beschneiungsteich (Wasser wäre genug vorhanden) sollten dafür sorgen, dass innerhalb nur einer Woche die gesamte Piste beschneit werden kann – wenn sonst nichts passiert.
Die Komplikationen sollten nicht ausbleiben. Die Umbauarbeiten waren zur ersten Kälteperiode im November noch nicht abgeschlossen. „Dann hat es einen Wasserrohrbruch am Berg gegeben. Hinzu kamen ein Luftrohrbruch und ein Lichtleiterschaden in der Elektronik. Ein Felssturz am Hornberg hat die Lawinenverbauung durchschlagen. Allein das kostete Zeit und weitere 200.000 Euro“, summiert der Unternehmer die dauernden „Querschüsse“ auf.
Das Hauptproblem war laut Gerber trotz aller technischer Hindernisse, die behoben werden konnten, die Dezemberwärme: „Öfter, wenn ich in Ehrwald in der Früh losgefahren bin, hatte es dort tiefe Minusgrade, in Bichlbach noch leichte und in Reutte zeigte es ein Plus an. Wenn’s z’warm isch, isch es z’warm. Dann hilft gar nix mehr.“ Was die Situation nicht erleichtert: Gerade hat auch noch der Betriebsleiter gekündigt. Gerber: „Dass wir nicht zufleiß keinen Schnee machen, ist doch klar. Wir werden alles probieren. Vielleicht bringen wir nächste Woche die Piste auf.“