RollRinn ließ die Funken sprühen
Drei Tage für den guten Zweck: 70 Behindertensportler aus 16 Nationen erlebten bei der 17. Auflage der Integrationsveranstaltung RollRinn Begeisterung und perfekte Verhältnisse bei den IPCAS-Rennen.
Rinn – Als die Fanfare ertönt, stehen die Schweizer und Belgier schon auf dem Podest und besetzen die Plätze zwei und drei. Der Sieger wird aufgerufen, die Hunderten Fans im Zelt applaudieren begeistert. Da schreitet James Luetchford, geführt von Ehefrau und Guide Alice, auf die Bühne von RollRinn. Der Brite nimmt den Ehrenplatz ein und strahlt über das ganze Gesicht, umarmt seine Frau und hat kaum Zeit, die Goldene zu übernehmen. Bei RollRinn sprühen die Funken.
Dieses Bild wiederholt sich viele Male an den Tagen von RollRinn. „Wenn wir sonst Rennen fahren, dann sagen sich nur Fuchs und Henne gute Nacht“, schmunzelt Simon Wallner. Der ÖSV-Behindertensportler aus Volders fährt mit Begeisterung bei RollRinn mit. „Die Organisation ist perfekt und die Menschen hier sind einfach traumhaft“, schwärmt Euan Bennet, der Headcoach der Briten.
Wechsel vom Partyzelt auf die Skipiste: Nach den beiden IPCAS-Rennen, bei denen sich 70 Behindertensportler aus 16 Nationen duellierten (Ergebnisse siehe Factbox), wird zum Abschluss noch ein Paralleltorlauf gesetzt. Behinderte treten gegen Nichtbehinderte an. „Das zeigt, wofür RollRinn steht“, freut sich Obmann Bernhard Triendl. „Wir können gemeinsam viel bewirken, wenn wir nicht vergessen, Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.“
Die Technik stand für die rund 30 Gäste aus China im Vordergrund. Die Asiaten haben heuer RollRinn für sich entdeckt: 2022 werden die Paralympics in China ausgetragen, das Know-how holt man sich teilweise aus Rinn. Ob Sportler oder Begleitpersonen, die Handys und Filmkameras hatten Hochbetrieb, um Details abzulichten. Kein Wunder, das Know-how, das sich Rinn in 17 Jahren aufgebaut hat, ist beachtlich. „Wir haben die Berührungsängste abgebaut“, sagt Florian Kiechl. Als Gründungsmitglied von RollRinn und Pistenchef kennt er seine Teams, die an der Piste arbeiten.
Auch Bernhard Triendl streut Rosen: „Es braucht viele, um einen so großen Event auf die Beine zu stellen, aber mit allen zusammen funktioniert das“, sagte der Organisator und dankte den rund 300 Ehrenamtlichen. Mit den gesammelten Spendengeldern bei den Benefizaktionen von RollRinn wird behinderten Sportlern und in Not geratenen Familien geholfen. (TT)
5000 Besucher, Promis und ein Abschied
5000 Besucher innerhalb von drei Tagen – auch die 17. Auflage der Integrationsveranstaltung RollRinn lockte ins beheizte Festzelt. Während auf der Bühne die Musik-Stars Jürgen Drews und Semino Rossi einheizten, gaben sich im Publikum viele bekannte Gesichter ein Stelldichein. Unter den Gästen waren u. a. Ex-FC-Tirol-Goalie Stani Tschertschessow, Snowboarderin Gitti Köck, Ringer-Veteran Franz Pitschmann. Beim Rollstuhl-Parcours gab ÖSV-Behindertenskifahrer Simon Wallner (37 Sekunden) die Zeit vor. Der Rinner Bürgermeister Herbert Schafferer siegte in der Promi-Wertung vor Seriensieger Josef Piegger. Bernhard Triendl legt nach RollRinn 2017 seine Obmannschaft zurück. (TT)
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