Gemeinden wollen mehr Landesgeld
Heuer müssen die Kommunen des Bezirks bis zu sieben Millionen Euro Abgang des Bezirkskrankenhauses Kufstein abfangen. Der Verband verhandelt um einen Zuschuss des Landes, lehnt aber eine Holding ab.
Von Wolfgang Otter
Kufstein –Die Beitragszahlungen der Gemeinden für das Bezirkskrankenhaus Kufstein klettern weiter nach oben. Nach 2015 mit 5,2 Mio. Euro und 2016 mit 6,3 Mio. Euro könnten heuer bereits 7,2 Millionen Euro Abgangsdeckung auf die Ortschaften zukommen. „Könnten“ deshalb, weil diese Summe derzeit nur eine Schätzung ist. Zusätzlich zahlen die Gemeinden des Bezirks noch 17,2 Mio. Euro in den Tiroler Gesundheitsfonds des Landes, aus dem die Leistungen der Krankenhäuser im Land beglichen werden. Höhere Gehälter und eine Umstellung in der Verrechnung der Leistungen tragen hauptsächlich Schuld daran, dass das Finanzloch größer wird.
Es war also alles andere als ein leichtes Budget, das für 2017 von der Verbandsversammlung zusammengezimmert wurde. Rund 107 Mio. Euro Gesamthaushalt sind für 2017 vorgesehen, damit werden unter anderem an die 1300 Mitarbeiter bezahlt, die jährlich 32.000 stationäre und an die 96.000 ambulante Patienten betreuen.
Um die Bevölkerung sei es auch gegangen, als die Verbandsversammlung den höheren Gemeindebeitrag genehmigt habe, sagt Obmann Rudolf Puecher. Auch Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel, dessen Stadt mit 1,4 Mio. Euro fast ein Fünftel des Abgangs tragen würde, sieht wenig Möglichkeiten, entgegenzusteuern. In der Verbandsversammlung sei man zum Schluss gekommen, dass es keine Leistungsreduzierungen geben dürfe. Gerade im onkologischen Bereich galoppieren die Kosten davon. Aber eine Einschränkung würde für die Patienten bedeuten, weitere Wege auf sich nehmen zu müssen, „und das wollen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Bezirks nicht“, erklärt Puecher. „Schade ist“, so BM Krumschnabel, „dass die Erweiterung des Hauses damit derzeit nicht möglich ist.“ Im Budget, wie Puecher sagt, sei auch heuer kein Geld für die Investitionsrücklagen enthalten, „weil wir es für die Nachzahlungen für Gehaltsvorrückungen benötigen“. Puecher will aber den Anbau für die Altersmedizin 2017 forcieren.
„Das Land ist gefordert“, sagt Puecher. Man wolle eine Gleichstellung der Häuser, erklärt der Verbandsobmann. „Wir helfen dem Land auch sparen, weil wir es selbst betreiben“, erklärt Puecher. Gespräche über eine Zusatzsubvention seien auch im Laufen, wird im Büro des zuständigen Landesrates Bernhard Tilg bestätigt. Aber sollte das Land tiefer in die Tasche greifen, dann wolle man auch ein Mitspracherecht haben, um die Leistungen zu koordinieren. Von einer Holding will Obmann Puecher nichts wissen. Die Abgänge in den Landeshäusern seien nämlich noch höher. Und Puecher befürchtet, dass die Leistungen in der Peripherie ausgedünnt werden. Auch für Bürgermeisterin Hedi Wechner aus Wörgl (die Stadt zahlt rund eine Mio. Euro Abgangsdeckung) ist das derzeit billiger, als sich an den Landeshäusern zu beteiligen. „Aber es gibt eine Schmerzgrenze“, stellt BM Wechner klar.
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