Graz-Wahl: Für FPÖ-Eustacchio in Landeshauptstadt spezielles Gemenge

Graz (APA) - Für den blauen Spitzenkandidaten für die Gemeinderatswahl am 5. Februar, Stadtrat Mario Eustacchio, steht wenig überraschend da...

Graz (APA) - Für den blauen Spitzenkandidaten für die Gemeinderatswahl am 5. Februar, Stadtrat Mario Eustacchio, steht wenig überraschend das Sicherheitsthema, „aber nicht allein reduziert auf Kriminalität“, im Vordergrund. Zulegen sei das Wahlziel, allerdings sei in Graz die Gemengenlage eine ganz andere als in vergleichbaren Städten.

Die Chancen für die Gemeinderatswahl schätze er nüchtern ein: „Wir haben viel Potenzial, aber wohl nicht so viel wie im Land. Graz hat ein anderes sozial-politisches Substrat“, sagte der Stadtrat in Anspielung auf die KPÖ. „Der 20er bei der Prozentzahl wäre die Messlatte. Wir wollen zulegen, deutlich.“ Bei der Wahl 2012 kamen die Freiheitlichen auf 13,75 Prozent, bei einem Plus von 2,9 Prozentpunkten.

Zum blauen Kernthema Ausländer sagte der Freiheitliche, mit vielen Bevölkerungsgruppen gebe es null Probleme. Aber die Stadt vertrage nicht „weiteren Zuzug von Personen, die sich mit uns und unserer Kultur nicht auseinandersetzen, vertragen, sie akzeptieren“, sagte der Stadtrat. Wer aber arbeite und einen volkswirtschaftlichen Mehrwert einbringe, solle willkommen sein. In Verknüpfung mit dem Thema Sicherheit erklärte er, diese beschränke sich nicht nur auf Polizeiarbeit. Auch die Vorsorge für die ältere Generation - unter seiner Ägide seien die Geriatriezentren ausgebaut worden - und die soziale Sicherheit zählten dazu.

Kritik übte der blaue Spitzenkandidat im APA-Gespräch auch am Bund: Dieser bürde den Gemeinden wie Graz eine hohe Aufgabenstellung mit entsprechenden Kosten auf, verwies Eustacchio auf die Kosten für Mindestsicherung und Asyl bzw. Gesundheitswesen.

Außer Streit stehen für Eustacchio Investitionen in die öffentlichen Verkehrsmittel. „Wir wollen und müssen den Individualverkehr reduzieren, es gibt dafür ja keine Räume mehr. Ziel ist der Modal Split. Es gibt perfekt ausgearbeitete Pläne dafür, aber die Finanzierbarkeit ist für Graz alleine nicht machbar“, spielte hier der Verkehrsstadtrat den Ball ausdrücklich an Bürgermeister Siegfried Nagl weiter, dessen Aufgabe es sei, bei Land und Bund anzuklopfen.

Zur Person: Mario Eustacchio, geboren am 9. Oktober 1964 in Graz hat als Prokurist einer Bank gearbeitet und ist Betriebswirtschaftler. Er hat als Burschenschaftler („Stiria“) und RFS-Kandidat der 1980er-Jahre eine klassische blaue Vergangenheit, ist politisch in größerem Ausmaß aber erst bei der Kommunalwahl 2008 und dann als FPÖ-Spitzenmann beim Urnengang 2012 in Erscheinung getreten. Seine Ressortzuständigkeit umfasst u.a. Gesundheit, Verkehr, die Ordnungswache sowie die geriatrischen Einrichtungen der Stadt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

(S E R V I C E - Fotos von Mario Eustacchio sind im AOM abrufbar.)

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