Weiter Streit um egalitären Gebetsbereich an Jerusalemer Klagemauer

Jerusalem (APA) - In den seit Jahren andauernden Streit um Gebetsrechte an der Jerusalemer Klagemauer kommt offenbar keine Ruhe. Laut der Ze...

Jerusalem (APA) - In den seit Jahren andauernden Streit um Gebetsrechte an der Jerusalemer Klagemauer kommt offenbar keine Ruhe. Laut der Zeitung „Haaretz“ haben Mitarbeiter der Stadt ein Schild entfernt, das auf den gemischtgeschlechtlichen Gebetsabschnitt hinwies, wie Kathpress am Montag berichtete. Hintergrund sei eine Beschwerde der strengreligiösen jüdischen Organisation Betzedek gegen das Hinweisschild.

Dieses war demnach vor rund drei Jahren auf Anweisung des Ministeriums für Jerusalem-Angelegenheiten angebracht worden, um auf die temporär eingerichtete Plattform für Gebete in nicht-orthodoxer Tradition hinzuweisen.

Das israelische Kabinett hatte bereits vor einem Jahr der Einrichtung eines neuen, rund 900 Quadratmeter großen Gebetsabschnittes zugestimmt, in dem Männern und Frauen gestattet sein soll, gemeinsam zu beten. Die Umsetzung der gemeinschaftlichen Gebetszone verzögerte sich jedoch unter anderem wegen scharfer Proteste strengreligiöser Juden immer wieder.

Zuletzt hatte eine Gruppe von Abgeordneten Mitte Dezember einen Gesetzesentwurf ins israelische Parlament eingebracht, der im gesamten Gebiet der Jerusalemer Klagemauer Gebete und religiöse Handlungen verbieten will, die nicht der strengen jüdischen Tradition entsprechen.

Verboten werden soll Frauen unter anderem das Tragen von Gebetsschals und Teffilin - an Lederriemen befestigten kleinen Schachteln, die Pergamentstücke mit ausgewählten Texten aus der Torah enthalten. Der Entwurf sieht auch das Verbot gemeinsamer Gebete von Männern und Frauen sowie von egalitären Gebetsbereichen vor.