Wirtschaft im Bezirk stellt sich den Herausforderungen
Beim Neujahrsempfang in Kitzbühel gab sich die Wirtschaft des Bezirks verhalten optimistisch für das bevorstehende Jahr 2017.
Von Harald Angerer
Kitzbühel –Es hat Tradition, dass sich die Wirtschaftstreibenden des Bezirks zu Jahresbeginn zum Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer in Kitzbühel einfinden. So auch heuer wieder. Am Montagabend fand der erste Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Tirol in Kitzbühel statt und WK-Präsident Jürgen Bodenseer sowie Bezirksobmann Klaus Lackner zogen dabei Bilanz über das abgelaufene Jahr und gaben einen Ausblick auf das bevorstehende.
Der Ausblick auf das Jahr 2017 sei laut Klaus Lackner verhalten positiv, doch es brauche dringend Zeichen aus der Politik. Im Bezirk kämpfe man schon seit Jahren mit den Problemen des Facharbeitermangels und der rückläufigen Lehrlingszahlen sowie auch mit dem immer größer werdenden Verkehrsproblem. „Schon seit Jahren kritisiere ich die Verkehrsproblematik in Kitzbühel, nun gibt es endlich Pläne zu einer Umfahrung der Stadt. Ich fordere aber das Land und die Stadt auf, hier schneller vorzugehen“, sagt Lackner. Er hofft auf einen Spatenstich für die Umfahrung Kitzbühel spätestens 2021.
„Dank der Bergbahnen und des Schneefalls die vergangenen Tage läuft auch der Tourismus gut an, aber hier haben wir die größten Probleme mit den Facharbeitern. Es kann nicht sein, dass im Osten Österreichs Köche arbeitslos sind und wir hier keine bekommen. Die soziale Hängematte ist zu komfortabel“, ärgert sich Lackner. Dass es im Tourismus an der Bezahlung und der Attraktivität der Jobs mangeln würde, glaubt Lackner nicht: „Die Leute kommen von überall her, um bei uns zu arbeiten. Das würden sie wohl kaum tun, wenn alles so schlecht wäre.“ Dem Fachkräftemangel will man aber auch weiterhin mit einem Lehrlingsschwerpunkt entgegenhalten. „Es konnte abgewendet werden, dass der Meister abgeschafft wird. Das hätte unser ganzes duales Ausbildungssystem torpediert“, ist Bodenseer überzeugt.
Ein Zukunftsthema für den Bezirk ist die Betriebsnachfolge. Es werde immer schwieriger, Nachfolger zu finden, sei es in der Familie oder auch außerhalb. Hier fordert Lackner eine Entbürokratisierung und eine dreijährige Karenzzeit. Im Bezirk stünden in den kommenden drei bis vier Jahren bis zu 800 Betriebsnachfolgen an. Auch hier sind es viele touristische Betriebe.
Höhepunkt des Neujahrsempfangs war auch heuer die Ehrung von Personen, die sich um die Wirtschaft im Bezirk bemüht haben. Mit dem „Nagel mit Kopf“ ausgezeichnet wurden der Schwendter Julian Pfützner (Terra Tirol), Transportunternehmer Karl Nothegger Jr., Walter Steiger (EcoDrive), beide St. Ulrich, das Familienunternehmen Egger in St. Johann, der Erpfendorfer Hotelier Martin Unterrainer (Lärchenhof), der Lehrling Lukas Herzog aus Leogang sowie Rasmushof-Wirtin und Kitzbüheler TVB-Präsidentin Signe Reisch.
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