Gegen TTIP/CETA ist das 39. österreichweite Volksbegehren
Wien (APA) - Das vom 23. bis 30. Jänner 2017 zur Unterzeichnung aufliegende Volksbegehren „Gegen TTIP/CETA“ ist das 39. österreichweite Bege...
Wien (APA) - Das vom 23. bis 30. Jänner 2017 zur Unterzeichnung aufliegende Volksbegehren „Gegen TTIP/CETA“ ist das 39. österreichweite Begehren der Zweiten Republik. Um das - nach Prozent der Stimmberechtigten - erfolgreichste zu werden, müsste es von 1,650.000 Österreichern unterzeichnet werden. Für die Behandlung im Parlament reichen 100.000 Unterschriften.
An dieser Hürde gescheitert sind bisher nur vier Volksbegehren: Das u.a. vom jetzigen NEO-Abg. Niko Alm mitgetragene Begehren gegen Kirchenprivilegien mit 56.673 Unterschriften (0,89 Prozent), die von Alt-Politikern wie Erhard Busek (ÖVP) und Johannes Voggenhuber (Grüne) angestoßene „Demokratie Jetzt“-Initiative mit 69.740 (1,10 Prozent) - beide im Jahr 2013 -, „Pro Motorrad“ im Jahr 1995 mit 75.525 Unterschriften (1,31 Prozent) und „Raus aus Euratom“ der Umweltgruppe „Atomstopp Oberösterreich“ im Jahr 2011 mit 98.698 (1,56).
Das bisher letzte Volksbegehren landete mit 4,12 Prozent (261.056 Unterschriften) im Mittelfeld auf Rang 23. EU-Gegner rund um Inge Rauscher wollten damit 2015 über eine Volksabstimmung den EU-Austritt erreichen - was ihnen freilich, trotz Behandlung im Parlament, nicht gelang.
Auch das bisher erfolgreichste Volksbegehren erreichte sein Ziel nicht: 1982 unterzeichneten zwar fast 25,74 Prozent der damals Wahlberechtigten - das waren 1,4 Millionen - das von der ÖVP initiierte Begehren gegen das Wiener Konferenzzentrum, gebaut wurde es trotzdem. Auch die Fristenlösung gilt bis heute, obwohl deren Gegner 1975 fast 900.000 Österreicher (17,93 Prozent) mobilisieren konnten - und damit auf Rang 3 kamen. Mehr Wirkung zeigte die zweit-erfolgreichste Initiative, das 1997 von 1,2 Mio. (21,23 Prozent) unterschriebene Anti-Gentechnik-Volksbegehren.
Der Großteil der Volksbegehren betraf rein innerösterreichische Themen - aber immerhin sechs versuchten, den EWR- bzw. EU-Beitritt Österreichs oder den Euro zu verhindern bzw. den Austritt zu erreichen. Ebenfalls sechs Initiativen gab es zum Thema Atomstrom. Die Handelsabkommen TTIP/CETA waren bisher noch nicht Gegenstand eines österreichweiten Volksbegehrens.
~ Volksbegehren seit 1945, gereiht nach Prozent der Stimmberechtigten
Rang Jahr Titel Stimmen Prozent 1 1982 Gegen Bau Konferenzzentrum 1.361.562 25,74 2 1997 Gegen Gentechnik 1.225.790 21,23 3 1975 Aufhebung Fristenlösung 895.665 17,93 4 1969 Für 40-Stunden-Woche 889.659 17,74 5 1964 Für ORF-Reform 832.353 17,27 6 2002 Veto gegen Temelin 914.973 15,53 7 2002 Sozialstaat Österreich 717.102 12,20 8 1997 Frauen-Volksbegehren 644.665 11,17 9 2002 Anti-Abfangjäger 624.807 10,65 10 2004 Pensions-Volksbegehren 627.559 10,53 11 1980 Für Zwentendorf 421.282 8,04 12 1996 Für Bundes-Tierschutzgesetz 459.096 7,96 13 1993 Ausländer-Volksbegehren 416.531 7,35 14 1969 Gegen 13. Schulstufe 339.407 6,77 15 1985 Gegen Kraftwerk Hainburg 353.906 6,55 16 1996 Für Erhaltung der Neutralität 358.156 6,21 17 2011 Bildungsinitiative 383.820 6,07 18 1987 Anti-Privilegien 250.697 4,57 19 1986 Anti-Draken (nur Steiermark) 244.254 4,50 20 1997 Für Schilling-Volksabstimmung 253.949 4,43 21 1997 Für atomfreies Österreich 248.787 4,34 22 2006 Gegen EU-Reformvertrag 258.281 4,28 23 2015 EU-Austritt 261.056 4,12 24 1989 Für Senkung Klassenschülerzahl 219.127 3,93 25 1985 Für Verlängerung Zivildienst 196.376 3,63 26 2000 Anti-EU-Volksbegehren 193.901 3,35 27 1999 Familien-Volksbegehren 183.154 3,17 28 2001 Bildung und Studiengebühren 173.594 2,98 29 1980 Gegen Zwentendorf 147.016 2,80 30 1991 Für Volksabstimmung EWR-Vertrag 126.834 2,25 31 2009 Gegen Postämter-Schließungen 140.622 2,23 32 1985 Gegen Abfangjäger 121.182 2,23 33 2003 Atomfreies Europa 131.772 2,23 34 1989 Gegen ORF-Monopol 109.197 1,95 35 2011 Raus aus Euratom 98.698 1,56 36 1995 Pro Motorrad 75.525 1,31 37 2013 Demokratie jetzt 69.740 1,10 38 2013 Gegen Kirchenprivilegien 56.673 0,89
~ ( 0028-2017, Format 88 x 150 mm)
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