Das Wiener MUSA wird zehn und feiert mit Aristoteles
Wien (APA) - „Ich würde sagen, wir haben ordentlich was hingelegt.“ - Der Leiter des Wiener MUSA, Berthold Ecker, hat am Dienstag anlässlich...
Wien (APA) - „Ich würde sagen, wir haben ordentlich was hingelegt.“ - Der Leiter des Wiener MUSA, Berthold Ecker, hat am Dienstag anlässlich des zehnjährigen Bestandsjubiläums des Hauses zufrieden bilanziert. Die städtische Sammlung zeitgenössischer Kunst hat ihre nunmehrige Heimstätte Mitte 2007 bezogen. Der runde Geburtstag wird 2017 mit drei Ausstellungen gefeiert, wobei mit Aristoteles zurückgeblickt wird.
Unter dem der „Metaphysik“ des antiken Philosophen entliehenen Titel „ba ist nicht gleich a plus b“ wird darauf verwiesen, dass das Ganze mitunter mehr ist als die Summe seiner Teile. Die Schau, die ab September zu sehen ist, ist als „selbstreflexive Schleife“ im Programm konzipiert, wie Kurator Franz Thalmair verriet. Gezeigt wird ein Überblick über die Werke der seit den 1950er Jahren entstandenen Sammlung.
Welche Künstler mit dabei sein werden, ist noch offen. Die Anzahl der Teile, aus denen die Institution MUSA - samt Startgalerie und der 1979 gegründeten Ausleih-Abteilung Artothek - besteht, ist jedenfalls beachtlich: Insgesamt verfügt man über 40.000 Objekte, wie Museumschef Ecker erläuterte. Damit sei die Sammlung die größte ihrer Art in Österreich.
Gewachsen ist man nicht zuletzt durch Schenkungen von Gesamtwerken bzw. Konvoluten - etwa von Bob Adrian X, Margot Pilz oder Lieselott Beschorner. Letztere wurde 2011 im MUSA gewürdigt. Damit sei eine fast vergessene Secessionistin seit langem wieder öffentlich wahrgenommen worden, wie man im MUSA betont. „Wir versuchen, Kunstgeschichte gegen den Strich zu bürsten“, umriss Ecker die Intention, Namen wieder neu in die Kunstgeschichte einzuschreiben.
Wobei sich der Name des Hauses selbst inzwischen geändert hat. Denn von der früheren Lang-Bezeichnung „Museum auf Abruf“ hat man sich bereits wenige Jahre nach der Eröffnung verabschiedet, betont der Chef. Geblieben ist das Konzept, das Programm bei freiem Eintritt anzubieten. Seit 2007 wurden an die 200.000 Besucher gezählt. In den Räumlichkeiten in unmittelbarer Rathausnähe (Felderstraße 6-8) - die einst ein Selbstbedienungsrestaurant beherbergten - stehen insgesamt 600 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Stolz zeigte sich Ecker heute auch über ein neu errichtetes Depot in Simmering. Platzprobleme, so freute er sich, habe man nun keine mehr.
Neben der dem Museum selbst gewidmeten Schau sind für heuer noch zwei weitere neue Ausstellungen avisiert worden. Vom 28. Februar bis 22. April wird die deutsche Künstlerin Gabriele Rothemann mit „Vierundzwanzig Vogelkäfige“ eine das gesamte MUSA umfassende Installation zeigen. Dabei werden singende Kanarienvögel, die mittels Monitoren Einzug halten, die Räume zum Klingen bringen.
Vom 9. Mai bis 19. August hat dann „Real Pop“ seinen Auftritt. Unter diesem Titel wird ein Querschnitt aus dem Oeuvre von Jorg Hartig präsentiert. Er hat sich, wie heute dargelegt wurde, als einer der wenigen heimischen Künstler mit der Pop Art auseinandergesetzt. Es handelt sich um die erste museale Retrospektive des Malers, der überwiegend großformatige und vor allem farbenfrohe Werke geschaffen hat.
(S E R V I C E - Web: www.musa.at )
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