Ski: Franz hatte Zeit, Gröden-Sieg zu realisieren: „Ist angekommen“
Wengen (APA) - Es ist bald Mitte Jänner und die Abfahrer haben erst zwei Weltcup-Rennen in den Beinen. Freilich schmerzt Gröden-Sieger Max F...
Wengen (APA) - Es ist bald Mitte Jänner und die Abfahrer haben erst zwei Weltcup-Rennen in den Beinen. Freilich schmerzt Gröden-Sieger Max Franz die Absage des Santa-Caterina-Bewerbs immer noch, andererseits meinte er in Wengen dazu: „Es hat eh ein bisschen gebraucht, bis ich das mit Gröden verstanden habe. In Santa Caterina war ich noch nicht so weit, dass ich das richtig kapiert hatte.“
Den Debütsieg im Weltcup mit 27 Jahren hat Franz sehr emotional erlebt. „Nachdem ich über die Ziellinie gefahren bin, hatte ich sowieso irgendwie ein leichtes Blackout.“ Jeder habe ihm gratuliert, das habe eine Woche angedauert, dann habe es etwas nachgelassen. „Aber trotzdem, jedes Mal, wenn ich daran gedacht habe, ‚poah, ich habe gewonnen‘, hat es mir einen Zieher im Magen gegeben. Jetzt ist es halt richtig angekommen. Jetzt weiß ich, es passt. Der Stein ist runtergefallen, jetzt gehen die Hände wieder zusammen. So ist das Hockefahren leichter“, sagte er lachend.
Nach Val d‘Isere (21.) und Gröden (1.) stehen nun auch für Franz mit Wengen, Kitzbühel und Garmisch vor der WM noch drei Klassiker auf dem Programm. „Skifahren macht im Moment Spaß, das ist richtig cool. Und dann geht es halt wieder, das ist die Leichtigkeit beim Skifahren. Das Erzwingen und Schauen, dass du schnell bist, das geht eh meistens in die Hose. Jetzt weiß ich, dass es geht, das ist schon ein bisschen anders jetzt“, zeigte sich der Trainingszweite von Dienstag in Wengen für den Dreierpack bereit.
Auf Wengen freut er sich sehr, denn da sei er im Weltcup schon knapp dabei gewesen. „In dem Jahr, wo es mich auf die Nuss gehaut hat. Da war ich bis zur Zielkurve noch auf Top-5-Kurs, dann ist mir der Schmalz ausgegangen nach fünf Wochen Bettliegen.“
Am 1. Dezember 2012 war Franz im Weltcup-Super-G in Beaver Creek gestürzt, hatte sich eine schwere Gehirnerschütterung, einen Nasenbeinbruch, eine Rissquetschwunde am Nasenrücken und Abschürfungen im Gesicht zugezogen. Er gab in Wengen sein Comeback, wurde Abfahrts-14.
„Es hat da herunter schon funktioniert“, meinte der Vierte von 2014. „In den vergangenen zwei Jahren habe ich im Flachen eine Sekunde bekommen (15. und 10./Anm.), heute hat das gut ausgeschaut. Ich hoffe, dass ich es heuer ganz herunterbringe.“ Einen Wengen-Sieg hat er von 2009 in einer Europacup-Abfahrt zu Buche stehen, legte sich mit einer Kreuzbandzerrung im Ziel dann aber hin und musste wochenlang pausieren.
Dienstag wurde nur ab dem Kombinationsstart trainiert, Franz hofft auf ein Rennen über die gesamte Distanz. „Beim ersten Mal hast du total Schiss vor der Länge, aber es geht, es ist einfach zum Durchbeißen. Im Ziel-S darfst mit dem Arsch nicht runter, aber da bin ich auch drauf gekommen, dass es gerade eigentlich leichter geht, als wenn du zu viel umadumfährst.“ Aber er nimmt es, wie es kommt, freilich auch ein verkürztes Rennen. „Die coolen Passagen sind eh unten runter. Die nehmen wir eh alle mit, hoffen wir, dass wir was Gescheites zusammenbringen.“
Kommentare