US-Republikaner verspricht London schnelles Handelsabkommen
London (APA/Reuters) - Großbritannien hat nach einem EU-Austritt nach Angaben eines führenden US-Republikaners gute Chancen auf ein schnelle...
London (APA/Reuters) - Großbritannien hat nach einem EU-Austritt nach Angaben eines führenden US-Republikaners gute Chancen auf ein schnelles neues Handelsabkommen mit den USA. Das Land werde ganz oben auf der Liste stehen, sagte Bob Corker, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im US-Senat am Dienstag nach Angaben der BBC.
Die neue Regierung werde sicherstellen, dass die Beziehungen mit Großbritannien in allen Aspekten die lange Freundschaft beider Länder widerspiegele.
Die Ankündigung Corkers bedeutet einen radikalen Kurswechsel zur Obama-Regierung. US-Präsident Barack Obama hatte Großbritannien gewarnt, dass sich das Land nach einem EU-Austritt „am Ende der Schlange“ wiederfinden werde, wenn es um neue Handelsverträge gehe.
Der kommende US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf mehrfach Sympathien für Großbritannien bekundet. Der erste Vertreter Großbritanniens mit dem er nach seiner Wahl telefonierte, war jedoch kein Regierungsmitglied sondern der britische Brexit-Befürworter Nigel Farrage von der oppositionellen Ukip-Partei. Die britische Premierministerin Theresa May will als erste ihrer EU-Kollegen Trump nach seiner Amtseinführung am 20. Jänner treffen. Der britische Außenminister Boris Johnson hatte nach Gesprächen im Trump-Tower in New York gesagt, er sehe sehr viel guten Willen gegenüber Großbritannien.
Die britische Regierung will Ende März den Antrag auf einen EU-Austritt stellen. Während der auf mindestens zwei Jahre geschätzten Verhandlungen über die Austrittsbedingungen darf die Regierung in London noch nicht über eigene Handelsverträge mit Drittstaaten verhandeln.
Am Dienstag warnte Johnson vor einer Beschädigung der engen Handelsbeziehungen mit Deutschland. Von deutschen Investitionen im Königreich hingen 344.000 Arbeitsplätze ab, sagte der Konservative im Parlament in London. Umgekehrt seien es 222.000 Jobs. „Es wäre der Gipfel des Wahnsinns, diese Investitionen zu gefährden.“ Viele Experten gehen inzwischen davon aus, dass das Land seinen Zugang zum europäischen Binnenmarkt verlieren dürfte, weil es die in der EU geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit nicht akzeptieren will. Das Land müsste dann auch mit der EU einen eigenen Handelsvertrag abschließen.
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