Bezirk Kufstein

Walchsee plant die Zukunft

© TVB Kaiserwinkl

Die Gemeinde startete eine Umfrage über den Wohnbedarf in Walchsee. Gemeinnützige Wohnungen werden derzeit nicht nachgefragt, Interesse besteht an Grundstücken.

Von Wolfgang Otter

Walchsee –„Wie hätten Sie es denn gerne?“ Eine Frage, die dieser Tage die Gemeindeführung von Walchsee ihren Bewohnern stellt. Dazu wurden Fragebögen verschickt, in denen die Walchseer über ihren künftigen Wohnbedarf Auskunft geben können. Abgefragt wird, ob man Interesse an Miete oder Kauf hat, eine Förderung will bzw. benötigt, außerdem die gewünschte Größe einer Wohnung bzw. eines Hauses oder Reihenhauses. „Diese Erhebung wird erstmals in der Gemeinde gemacht“, informiert Bürgermeister Dieter Wittlinger.

Dabei soll idealerweise der Bedarf aller Walchseerinnen und Walchseer zwischen 16 und 50 Jahren erhoben werden. 800 Personen erhielten den Fragebogen. Die Erkenntnisse sollen dann auch in das neue Raumordnungskonzept einfließen.

Auslöser für die Umfrag­e waren Gespräche mit gemeinnützigen Wohnbauträgern über einen eventuellen Bedarf an geförderten Wohnungen. „In Walchsee ist seit den 1980er-Jahren nichts mehr an gefördertem Wohnbau gemacht worden“, erzählt Bürgermeister Wittlinger. Damals wurden an die 100 Wohnungen gebaut, erklärt Wittlinger.

Was den geförderten Wohnbau anbelangt, gebe es aber auch keinerlei Anfragen in der Gemeinde, sagt Wittlinger. In Walchsee wird noch auf das eigene Haus gesetzt. „Meist läuft das so, dass wir für die jungen Walchseer Grund zur Verfügung stellen“, erklärt der Gemeindechef. Dabei bleibt der Preis für den erschlossenen Grund pro Quadratmeter bei unter 200 Euro. Am freien Markt werden derzeit laut Wittlinger zwischen 280 und 320 Eur­o verlangt. An die zehn Hektar stehen derzeit noch als Baulandreserve zur Verfügung.

Ob die Gemeind­e bald geförderte Wohnungen vergeben kann, wird von der Erhebung abhängen. In Walchsee ist es auch noch möglich, eine Grundstückswidmung zu erhalten, wenn man neu in den Ort ziehen will. Voraussetzung sei, dass sie der Raumordnung entspricht. „Ich will mehr Zuzug“, sagt Wittlinger, der dabei besonders an junge Familien denkt. „Urlaubswohnsitze“ hingegen wolle er keine. Andererseits wachse die Bevölkerung kaum. „Wir werden jedes Jahr nur um ein paar mehr“, sagt Wittlinger.