Bezirk Landeck

Zivilschutz-Infopaket geschnürt

© Wenzel

BH Markus Maaß ist auch 2017 mit den Konsequenzen aus den September-Muren befasst: Die Bevölkerung soll wissen, was bei Alarm zu tun ist, Gemeinden sollen SMS-Info nutzen.

Von Helmut Wenzel

Landeck, Kaunertal –Im Moment liegen die Spuren der Naturgewalten vom 10. September unter einer dicken Schneedecke. Trotzdem sind Ämter und Behörden weiterhin mit den Auswirkungen der Murennacht beschäftigt.

Die Wildbach- und Lawinenverbauung mit Gebietsbauleiter Gebhard Walter etwa stellte erst kürzlich ihre Sicherheitsprojekte für den Raum Landeck und das Stanzertal vor, die 2017 realisiert werden sollen. Beispielsweise soll die Geschiebestrecke an der Sanna auf einer Länge von 4,5 Kilometern bereits bis Mai geräumt werden – die TT berichtete.

Bezirkshauptmann Markus Maaß greift das Themas Zivilschutzalarm auf. Dieser ist – erstmals seit Kriegsende – in der Murennacht ausgelöst worden, hat aber auch für grobe Informationsdefizite in der Bevölkerung gesorgt. „Die­se Nichtinformation darf es künftig nicht mehr geben“, unterstreicht Maaß. „Auch wenn Sirenen nur selten heulen, ist es wichtig, dass sich die Bevölkerung bei den Alarmen auskennt.“

Inzwischen hat der Behördenleiter in seiner Funktion als Einsatzleiter bei Katas­trophen ein „Zivilschutz-Infopaket“ geschnürt. „Wir haben einen Info-Folder von der Landeswarnzentrale, den ich bei der nächsten Bürgermeisterkonferenz vorstellen werde“, sagte der Bezirkshauptmann am Dienstag. Auch in den Pflichtschulen soll der Folder vorgestellt und verteilt werden. Die Info-Offensive habe er mit Pflichtschulin­spektor Bernhard Frischmann bereits besprochen. Zudem empfiehlt Maaß die Homepage www.zivilschutzverband.at.

Auch die Idee, die Bevölkerung im Katastrophenfall per SMS zu informieren, sei geprüft worden. Aus technischen bzw. organisatorischen Gründen sei eine bezirksweite SMS-Information allerdings nicht machbar. „Dieser Dienst sollte auf Gemeindeebene eingerichtet werden“, plädiert der Bezirkshauptmann. „In Ischgl funktioniert das ja schon.“ Im Ischgler Gemeindeamt werden dazu rund 1000 Handynummern verwaltet.

Neben dem akustischen Zivilschutzalarm ist im Bezirk auch der Flutwellenalarm bei einem Störfall des Gepatschspeichers relevant. Gesetzliche Basis ist die Störfall-Informationsverordnung des Umweltministerium. Die BH Landeck hat dazu auf ihrer Homepage die aktuelle Störfall-Information der Tiwag veröffentlicht.

„Obwohl ein Störfall praktisch ausgeschlossen werden kann, ist die Öffentlichkeit über das theoretische Risiko zu informieren“, heißt es in dem Schreiben. Denkbar sei die Gefahr einer Überflutung und Vermurung regionaler Bereiche, Ölaustritt an den Maschinenanlagen sowie ein Sperrengebrechen an Stauanlagen und damit verbunden die Gefahr einer Überflutung des Talbodens.