„The Great Wall“

Die tapferen Ritter im Meer der Metaphern

Matt Damon rettet als Hollywood-Söldner in Zhang Yimous "The Great Wall" China vor dem Angriff der Barbaren.
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In Zhang Yimous aufwändigem Prestigeprojekt „The Great Wall“ bedrohen gierige Monster die chinesische Zivilisation.

Innsbruck –Als Chinas Modernisierer Deng Xiaoping 1988 die Parteilosung ausgab, sich „ins Meer der Marktwirtschaft zu stürzen“, sahen die Politiker in Europa und Amerika die schöne Metapher und wahrscheinlich nur Schwimmer, die sich in Erinnerung an den Großen Vorsitzenden in das Wasser stürzten, um ein neues Jahr zu begrüßen. Keinen Grund zu feiern hatte der Regisseur Zhang Yimou, der mit seinen grandiosen Filmen („Rote Laterne“) über die feudale Geschichte Chinas bis zur Kulturrevolution bei den europäischen Festivals gefeiert, aber in China mit Aufführungsverboten bestraft wurde. Die Dynamik von Marktwirtschaft und Ruhm verwandelte Yimou allerdings in den Staatskünstler, der 2008 mit der Inszenierung der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking beauftragt wurde und seither alles machen darf.

In „The Great Wall“ erzählt Zhang Yimou von den europäischen Söldnern William Garin (Matt Damon) and Per­o Tovar (Pedro Pascal), die im Mittelalter nach China kommen, um das Geheimnis des „Schwarzpulvers“ zu rauben. Die beiden Ritter erwischen einen ungünstigen Moment, denn das Kaiserreich wird gerade von den Taoties bedroht. Das sind Monster, die aussehen, als wäre ihnen die Flucht aus dem Jurassic Park gelungen, und nur die Aufgabe haben, ihre Königin mit Menschenfleisch zu versorgen. Trotz ausgefeilter Waffentechnik wehren sich die chinesischen Soldaten mit Pfeil und Bogen, während Lin (Jing Tian) eine Abteilung aus Akrobatinnen anführt. In der höchsten Not schenken die Chinesen den Fremden das Leben, die sich dafür mit Eifer am Kampf gegen die Angreifer beteiligen.

„The Great Wall“ ist das chinesische Prestigeprojekt, das die neue Ära in der Zusammenarbeit zwischen Hollywood und der expandierenden Filmindustrie Chinas einleiten sollte. Doch Zhangs Film wurde trotz seiner Schauwerte wie den ersten Luftschiffen zur Staatsaffäre, da die Beschäftigung von Hollywood-Söldnern zur Rettung der bedrängten Zivilisation den Nationalstolz der Chinesen verletzte. (p. a.)