Fahrzeughandel wünscht sich Verschrottungsprämie als Umweltmaßnahme
Wien (APA) - Der Obmann der Autohändler, Klaus Edelsbrunner, wünscht sich eine Förderung für den Umstieg auf neue Autos mit Verbrennungsmoto...
Wien (APA) - Der Obmann der Autohändler, Klaus Edelsbrunner, wünscht sich eine Förderung für den Umstieg auf neue Autos mit Verbrennungsmotor: „Wenn man schaut in absoluten Zahlen, wäre natürlich eine Förderung nach wie vor auch für Diesel und Benzin interessant und sinnvoll“, weil der Umstieg vom alten auf ein neues Auto für Umwelt und Sicherheit Vorteile brächte, so Edelsbrunner vor der Vienna Auto Show.
Edelsbrunner sprach in dem Zusammenhang von einer „Ökoprämie“. Dem Ansatz kann auch Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, etwas abgewinnen. „Wenn man nur den Umweltgedanken vorne hinstellt“, dann wäre das der schnellste und effektivste Weg, um die Emissionen zu reduzieren. Die Verschrottungsprämie habe schon vor Jahren gezeigt, dass sie gut wirke und sie würde auch „einen Sprung nach vorne bringen“. Elektroautos seien zwar gut, aber sie „brauchen noch Jahre und Jahrzehnte“ für eine entsprechende Durchdringung.
Kerle findet auch die Diskussion über die genormte Messung von Treibstoffverbrauch „unbegreiflich“: „Jeder, der sich mit dieser Materie auskennt, weiß, das der Normverbrauch klarerweise nicht dem tatsächlichen Verbrauch im Alltag entspricht, sondern der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Modelle dient.“ Verbesserungen beim Messzyklus würden zwar ab Herbst kommen. „Tatsache ist aber, dass jede Norm nur einen kleinen Teil des normalen Verbrauches im Alltag widerspiegeln kann.“ Das Verhalten des Fahrers habe immer einen großen Einfluss.
Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) wollte sich in der gemeinsamen Pressekonferenz nicht auf eine Diskussion über Ökoprämien und die Angleichung von Benzin- und Dieselbesteuerung einlassen. Er plädierte statt dessen für ein Gesamtkonzept, das zu umweltschonender und sozial verträglicher Mobilität führe aber technologieneutral sei. Zugleich wies er darauf hin, dass noch viele Fragen zum Umgang mit Daten vernetzter Autos auf den Gesetzgeber zukommen - etwa ob man nachträglich jemanden für zu schnelles oder nicht-angegurtetes Fahren strafen könne, wenn dies der Bordcomputer belege. Er selber würde aber Datenschutz vor lückenlose Überwachung stellen.
Grundsätzlich sagte Leichtfried, „das Zeitalter der E-Autos ist angebrochen“. Das wichtigste sei, „sie kommen langsam aber sicher bei den Fahrerinnen und Fahrern als etwas cooles an“. Umweltfreundlich sei ja schön, aber „cool ist das Asset, das auch unbedingt notwendig ist“.
Die Zulassung reiner Elektro-Fahrzeuge hat sich 2016 mehr als verdoppelt (plus 128,1 Prozent), mit 3.826 Stück liegt man aber nur bei 1,2 Prozent der Neuzulassungen. Europaweit hat Österreich damit aber hinter Norwegen (15 Prozent) den zweiten Platz - im EU-Schnitt wurden nur 0,4 Prozent der zugelassenen Autos rein elektrisch angetrieben.
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