Mordprozess in Graz 2 - Zahlreiche Zeugen und sechs Gutachter

Graz (APA) - Im Prozess gegen jenen Mann, der seine Ex-Frau erschossen haben soll, sind zahlreiche Zeugen geladen worden. Außerdem wurden se...

Graz (APA) - Im Prozess gegen jenen Mann, der seine Ex-Frau erschossen haben soll, sind zahlreiche Zeugen geladen worden. Außerdem wurden sechs Gutachter bestellt, wobei im Zentrum der Ausführungen die Frage nach der Zurechnungsfähigkeit des 54-Jährigen stand. Der Angeklagte hatte bisher immer erklärt, er könne sich an nichts erinnern.

Einer der Polizisten, der nach der Bluttat in der Wohnung des Opfers war, beschrieb den Beschuldigten als „total apathisch“. Dieser sei nur da gesessen und habe kein Wort gesprochen. Daraufhin wurde der Mann ins Krankenhaus gebracht. Er war zuvor immer wieder in der Nervenklinik in Behandlung gewesen, da er nach eigenen Angaben den Tod von zwei seiner vier Kinder nicht verkraften konnte.

Eine Ärztin, die den gebürtigen Bosnier nach der Tat betreut hatte, erklärte, er wäre „nicht kontaktierbar“ gewesen und habe nur von seinen toten Kindern und vom Krieg - „er meint vermutlich den Jugoslawienkrieg“, so die Zeugin - gesprochen.

Die Ex-Frau des Mannes war halb in ihrem Kleiderkasten im Schlafzimmer aufgefunden worden. Es wurde daher vermutet, das Opfer wollte sich vor dem Mann hier verstecken. Laut Gerichtsmediziner Peter Grabuschnigg lag die Frau am Rücken, wobei der Oberkörper und der Kopf im Kasten waren, die Beine aber heraußen. Durch die sechs Schüsse in den Oberkörper hatte die Frau so viele Verletzungen erlitten, dass die Beschreibung „mehrere DIN-A4 Seiten umfasst“, schilderte der Sachverständige. Todesursache war ein Herzdurchschuss, außerdem wären zwei weitere Kugeln in Lunge und in eine Hauptader tödlich gewesen.

Da für den Nachmittag noch mehrere Zeugen geladen waren und die restlichen Gutachten noch erläutert werden mussten, wurde mit einem Urteil erst für den späteren Abend gerechnet.