Tirol

Genie und Ketzer Jakob Stainer

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Der ORF präsentiert am kommenden Sonntag ein Österreich-Bild aus dem Landesstudio Tirol.

Innsbruck, Absam –In einem Atemzug mit Antonio Stradivari – aus dessen Werkstatt in Cremona (I) die heute teuersten Geigen stammen – wird oft der Tiroler Geigenbauer Jakob Stainer genannt: In Absam baute Stainer im 17. Jahrhundert meisterhafte Streichinstrumente, die bald internationalen Ruf genossen. Heute ist eine echte Stainer-Geige 250.000 Euro oder auch mehr wert.

Im 18. Jahrhundert spielten viele große Musiker wie der Violinist Giuseppe Tartini auf Stainers Instrumenten, die damals noch teurer gehandelt wurden als die Erzeugnisse Stradivaris. Auch in der heutigen Zeit gelten Stainer-Instrumente – nicht zuletzt dank Nikolaus Harnoncourt – als kostbare, gefragte Soloinstrumente für Kammer- und Barockmusik.

Doch Jakob Stainer steht auch für einen massiven Konflikt mit der katholischen Kirche des 17. Jahrhunderts: Er besaß lutherische Schriften, wurde nach einem Inquisitionsverfahren exkommuniziert und erst nach einer Sühnezeremonie wieder in die Christenheit aufgenommen.

Ein von Georg Laich gestaltetes Österreich-Bild aus dem ORF-Landesstudio Tirol zeigt am kommenden Sonntag den meisterhaften Geigenbauer und streitbaren Kirchenkritiker Jakob Stainer im Licht modernster Forschungsergebnisse. Dafür wurde an Originalschauplätzen in Absam, Brixen, Wien und in der bekannten Geigenbaumetropole Mittenwald in Bayern gedreht. Es entstanden zum Teil aufwändige Szenen zu Stainers Schicksal im Inquisitionsprozess.

In dem Forschungsprojekt „violinforensic“ untersuchen Spezialisten des Kunsthistorischen Museums und der Universität Wien Stainer-Geigen und andere kostbare Meisterinstrumente. Die Geigen werden in einem Computertomographen gescannt. Ergebnis ist ein exakter dreidimensionaler Blick durch die Geige, an dem Fachleute jedes Detail im Inneren des Instruments erkennen können. So werden markante Charakteristiken der Bauweise Stainers exakt identifiziert.

Aber auch Stainers Konflikt mit der katholischen Kirche macht das Österreich-Bild zum Thema. Gezeigt wird es am Sonntag, 15. Jänner, um 18.25 auf ORF 2. (TT)