Geheimdienstchef bestürzt über Berichte zu Trumps Russen-Memo
US-Geheimdienstchef James Clapper versicherte dem designierten Präsidenten, die Unterlagen seien nicht vom Geheimdienst an die Medien gespielt worden. Der Wahrheitsgehalt der Informationen an sich wird noch geprüft.
Washington – US-Geheimdienstdirektor James Clapper hat mit dem künftigen Präsidenten Donald Trump über die Medienberichte über angeblich belastende russische Geheimdienstinformationen beraten. Er habe Trump am Mittwochabend seine „tiefe Bestürzung“ über die Berichte zum Ausdruck gebracht, erklärte Clapper. Ein 35-seitiges Dossier war am Mittwoch von einem Medium veröffentlicht worden. Jedoch mit dem Hinweis, dass die Authentizität nicht gesichert sei.
Er sei sich in dem Gespräch mit Trump einig gewesen, dass die Berichte „äußerst zerstörend und schädlich für unsere nationale Sicherheit“ seien. US-Medien hatten zuvor unter Berufung auf US-Geheimdienste berichtet, Russland verfüge über belastende Informationen über das Privatleben und die Finanzen des Immobilienmilliardärs. Demnach könne Trump durch das heikle Material erpressbar sein. Die russische Regierung wies die Berichte zurück.
Informationen stammen nicht von US-Geheimdienst
Clapper geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Informationen nicht von den US-Geheimdiensten an die Medien weitergegeben wurden. Er habe Trump darüber informiert, „dass dieses Dokument kein Produkt der US-Geheimdienste ist und dass ich nicht glaube, dass die Veröffentlichungen aus dem Innern der Geheimdienste kamen“, erklärte Clapper. Die Geheimdienste hätten zudem bisher noch kein Urteil darüber getroffen, ob die Informationen aus dem veröffentlichten Dokument „glaubwürdig“ seien.
Trump hatte zuvor die US-Geheimdienste verdächtigt, Informationen über das angebliche russische Dossier mit belastendem Material lanciert zu haben. Derartige Durchstechereien seien „schändlich“ und „illegal“, sagte Trump am Mittwoch auf seiner ersten Pressekonferenz seit dem Wahlsieg im November.
Autor soll britischer Ex-Agent sein
Die belastenden Informationen stammen einem Zeitungsbericht zufolge von einem früheren britischen Geheimagenten. Das 35-seitige Dokument sei von Christopher Steele verfasst worden, der inzwischen die Londoner Firma Orbis Business Intelligence leitet, berichtete das „Wall Street Journal“ am Mittwochabend.
Die Firma Orbis wurde 2009 von „früheren britischen Geheimdienst-Spezialisten gegründet“, wie es auf ihrer Internetseite heißt. Für eine Stellungnahme zu den Berichten war sie zunächst nicht zu erreichen.
Angebliches belastendes Material über Trump gesammelt
US-Medien hatten zuvor unter Berufung auf US-Geheimdienste berichtet, Russland verfüge über belastende Informationen über das Privatleben und die Finanzen des Immobilienmilliardärs. Demnach könne Trump durch das heikle Material erpressbar sein. Der Republikaner selbst wies die Berichte ebenso entschieden zurück wie die russische Regierung und bezeichnete sie als „Lügengeschichten“.
Die Medienberichte über die angeblichen russischen Informationen über Trumps Privat- und Geschäftsleben hatten seit Dienstagabend großen Wirbel verursacht. In den Berichten ist von belastendem Material gegen Trump die Rede. Sie warfen daher die Frage auf, ob der künftige US-Präsident durch Russland erpressbar sei. Auch Donald Trump selbst wies die Vorwürfe zurück und meinte am Mittwoch vor Journalisten, bei der Prüfung könne gar nichts heraus kommen. (TT.com/APA/AFP)
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