US-Bericht: Wiederaufbau in Afghanistan droht zu scheitern

Kabul/Washington (APA/dpa) - Viele Wiederaufbauprojekte in Afghanistan drohen zu scheitern, warnt der Spezialinspekteur des US-Senats für de...

Kabul/Washington (APA/dpa) - Viele Wiederaufbauprojekte in Afghanistan drohen zu scheitern, warnt der Spezialinspekteur des US-Senats für den Wiederaufbau in Afghanistan, John Sopko. Er legte am Donnerstag eine „Hochrisiko-Liste“ mit den größten Bedrohungen für einen Erfolg des zivilen und militärischen Einsatzes in Afghanistan vor. Darin zeichnet er ein düsteres Bild und führt acht Risikofaktoren an.

Die bedeutendsten seien die immer noch mangelhaften Fähigkeiten der afghanischen Sicherheitskräfte und die weitverbreitete Korruption im Land. Gefährlich seien auch die schrumpfenden Möglichkeiten, im umkämpften Land Projekte wirklich in Augenschein nehmen zu können. Außerdem kritisiert Sopko das Konzept der direkten Geldvergabe an die afghanische Regierung („on budget support“). Es gebe „Beweise“, dass die Regierung mit diesem Geld immer noch nicht umgehen könne. Die USA würden diese Mittel nun wieder verringern.

Ein wichtiger Risikofaktor sei auch die wachsende illegale Drogenindustrie, aus viel Geld an die radikalislamischen Taliban fließe. Die Frage sei, ob die afghanische Regierung ohne eine Lösung für das Drogenproblem jemals die Oberhand gewinnen könne.

Die USA haben nach eigenen Angaben seit 2002 mehr als 115 Milliarden Dollar in Afghanistan ausgegeben.