WEF-Gründer Schwab: Globalisierung ist „bequemer Sündenbock“
Davos (APA/AFP) - Der Gründer des Weltwirtschaftsforums (WEF) von Davos, Klaus Schwab, verwahrt sich dagegen, die Globalisierung allein vera...
Davos (APA/AFP) - Der Gründer des Weltwirtschaftsforums (WEF) von Davos, Klaus Schwab, verwahrt sich dagegen, die Globalisierung allein verantwortlich zu machen für die zunehmende Unzufriedenheit vieler Bürger und das Erstarken des Populismus in vielen Ländern. „Die Leute suchen ihren Platz in dieser neuen Welt, und die Globalisierung ist da ein bequemer Sündenbock“, sagte Schwab der Nachrichtenagentur AFP.
Doch es gebe keine Alternative zur weiteren internationalen Verflechtung, betonte der 78-Jährige. Zahlreiche Veränderungen in der Welt, vor allem die Angst vor den Auswirkungen neuer Technologien auf die Arbeitswelt, hätten eine „emotionale Krise“ ausgelöst, sagte Schwab. Daran sei aber nicht allein die Globalisierung schuld. Um den Ängsten der Bürger zu begegnen, brauche die Welt „empfängliche“ und „verantwortungsbewusste“ Politiker - daran werde das Weltwirtschaftsforum in diesem Jahr appellieren. Solche Politiker brauchten „Mut zum Handeln“.
In Davos versammeln sich Anfang des Jahres beim 47. Weltwirtschaftsforum Politiker und Unternehmer aus aller Welt. In diesem Jahr wird erstmals ein chinesischer Präsident dabei sein, Staatschef Xi Jinping kündigte seinen Besuch bereits an. Auch Vertreter der künftigen US-Regierung unter Präsident Donald Trump werden in Davos erwartet. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dagegen wird nicht kommen.
Schwab äußerte sich besorgt wegen der zunehmenden Tendenz zur Abschottung. Unter dem Druck ihrer Wähler würden die Länder „immer egoistischer“. Die Wähler erwarteten von den Politikern, sich für nationale Interessen einzusetzen - dies gehe zulasten der internationalen Zusammenarbeit.
Umso wichtiger sei eine Veranstaltung wie das Weltwirtschaftsforum, das den Dialog zwischen den unterschiedlichsten Entscheidern fördere, sagte Schwab. Das 47. WEF beginnt am kommenden Dienstag und dauert bis Freitag.
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