Lob von Rektoren, Kritik von Studentenvertretern an Kerns Uni-Ideen

Wien (APA) - Gemischt sind die Reaktionen auf die Pläne von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) für eine generelle Studienplatzfinanzierung s...

Wien (APA) - Gemischt sind die Reaktionen auf die Pläne von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) für eine generelle Studienplatzfinanzierung samt damit verbundenen Platzbeschränkungen ausgefallen: Während es von Universitätenkonferenz (uniko) und Heinz Engl, Rektor der Uni Wien, in Aussendungen Applaus gab, fürchtet die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) um den freien Hochschulzugang.

Für uniko-Präsident Oliver Vitouch zeugen Kerns Pläne von „Dynamik, Vision und dem Wunsch zu gestalten“, sein Bekenntnis zu einer Studienplatzfinanzierung mache Hoffnung auf eine Auflösung der lange währenden Blockaden zwischen SPÖ und ÖVP in der Hochschulpolitik. „Sollte diese (die Studienplatzfinanzierung, Anm.) 2017 tatsächlich umgesetzt werden, dann hätte die Koalition ein Musterbeispiel für sachliche, lösungsorientierte, von Dogmen befreite Regierungsarbeit geliefert.“

Uni-Wien-Rektor Heinz Engl betonte in einer Stellungnahme gegenüber der APA, dass die Studienplatzfinanzierung notwendigerweise mit Aufnahmeverfahren einhergehen müsste, die den „vorhandenen und auszuweitenden Kapazitäten Rechnung tragen“. In den Natur- und Lebenswissenschaften müssten außerdem Raum- und Laborkapazitäten massiv ausgeweitet und modernisiert werden. „Ermutigend“ findet Engl auch Kerns Bekenntnis zur Steigerung der Forschungsquote. Europa müsse hier massive Anstrengungen unternehmen, um den Anschluss an die Weltspitze zu halten.

Gespalten sieht die FPÖ Kerns Ankündigung: Zwar propagiere er mit der Studienplatzfinanzierung „eine alte FPÖ-Forderung“, dass dafür allerdings der Studienzugang „per Dekretierung von oben“ beschränkt werden solle, ist für Wissenschaftssprecher Andreas Karlsböck „inakzeptabel“.

„Die direkte Form der Studienplatzfinanzierung darf nicht zu Zugangsbeschränkungen führen“, betonte die stellvertretende ÖH-Vorsitzende Marie Fleischhacker (Grüne und Alternative StudentInnen, GRAS). Die geplante Leistungsselektion bringe keine bessere soziale Durchmischung an den österreichischen Hochschulen. Andere Studentenvertreter befürworten hingegen den „Plan A“ für die Universitäten: Für die ÖVP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) ist Kern mit seinem Vorstoß für eine generelle Studienplatzfinanzierung „in der Gegenwart angekommen“. Auch die JUNOS - Junge Liberale Studierenden lobten Kerns Pläne, vermissen allerdings ein Eintreten für Studiengebühren.