Kern-Rede: ÖVP-Frauen wollen bei Kollektivverträgen ansetzen
Wien/Pöllauberg (APA) - ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm kann mit der Forderung von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) nach einem „Loh...
Wien/Pöllauberg (APA) - ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm kann mit der Forderung von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) nach einem „Lohntransparenzgesetz“ nicht allzuviel anfangen. Bereits jetzt gebe es die Verpflichtung für Betriebe mit mehr als 150 Mitarbeitern, Einkommensberichte zu erstellen. „Es ist Faktum, dass es nichts gebracht hat“, sie will hingegen bei den Kollektivverträgen ansetzen.
„Noch immer gibt es Bereiche ohne Kollektivvertrag, das darf nicht sein, diese sind einzubinden“, forderte Schittenhelm am Donnerstag am Rande der ÖVP-Klubklausur in Pöllauberg gegenüber der APA. Kerns Forderung nach einem Lohntransparenzgesetz empfindet sie hingegen als „nichts Neues“, gebe es doch bereits die verpflichtenden Einkommensberichte. Und es habe sich gezeigt, dass die Schere zwischen Frauen- und Männereinkommen weiter auseinanderklaffe. Generell sieht sie die Betriebsräte gefordert. Sollte die vom Kanzler vorgeschlagene Lohntransparenz nicht mit großem Aufwand für die Betriebe verbunden sein und zu noch mehr Bürokratie für die kleinen Firmen führen, hat sie aber kein Problem damit, erklärte sie weiters.
Die ÖVP-Frauen treten außerdem für einen Brutto-Mindestlohn von 1.600 Euro ein. Auch wenn es etwas länger dauern könnte, ging Schittenhelm davon aus, von diesem Anliegen auch Parteiobmann Reinhold Mitterlehner überzeugen zu können. Auch hier sollen nicht die Betriebe „zum Handkuss kommen“, sondern etwa die Sozialversicherungsbeiträge verringert werden. Den Arbeitnehmern soll jedenfalls mehr in der Geldbörse bleiben.
Unterstützung für Kerns Vorschläge kam naturgemäß von den SPÖ-Frauen. „Plan A für Österreich ist in erster Linie auch ein Plan A für die Frauen“, zeigte sich Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek in einer Aussendung erfreut.
~ WEB http://www.oevp.at ~ APA346 2017-01-12/14:13
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