Töchterle soll breite Vermarktung Tirols koordinieren
Karlheinz Töchterle steht einer GmbH vor, die vernetzen und koordinieren soll. Wie viel Personal oder Budget die Gesellschaft bekommt, konnte die Regierung nicht sagen.
Von Anita Heubacher
Absam – Die Landesregierung hat sich zwei Tage in Absam zur Klausur zurückgezogen und gestern die Ergebnisse der Sitzung präsentiert.
Wie berichtet, wird Ex-Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle Geschäftsführer einer GmbH, die koordinieren und vernetzen soll. Irgendwann zieht diese GmbH zusammen mit Tirol Werbung, Standortagentur und Agrarmarketing in ein „Tirol Haus“ ein, das neben dem Casino in Innsbruck gebaut werden wird und dann auch „Landhaus 3“ heißen könnte. Mit wie viel Personal und mit wie viel Budget die Gesellschaft ausgestattet wird, sei noch Gegenstand von Verhandlungen, hieß es.
Tirol soll laut Landesregierung in seiner Gesamtheit dargestellt werden. „Themen könnten Mobilität im alpinen Raum, Mehrwert durch Regionalität, Smart Region Tirol sowie innovative alpine Technologien sein“, erklärten LH Günther Platter und seine Stellvertreterin Ingrid Felipe. Beide wurden von Ex-Tirol-Werber Andreas Braun und dem neuen Koordinator Töchterle flankiert. Es gehe darum, den „Lebensraum 4.0“ zu kommunizieren, Kräfte zu bündeln. Töchterle ist „Projektkoordinator einer Gesellschaft für integriertes Standortmanagement“.
Als Tirol Werber darf er nicht bezeichnet werden. Zu sehr wird der Begriff ausschließlich vom Tourismus in Anspruch genommen, obwohl das Land seit 2004 versucht, das rot-weiße Tirol-Logo auch als Standortmarke zu positionieren, und Geld für Standortmarketing ausgibt.
Dementsprechend groß war die Aufregung unter den Touristikern, die durch die Inthronisierung Töchterles vor allem um ihre Budgets und die Tirol Werbung fürchteten. Dort bleibt, wie berichtet, alles beim Alten, ebenso wie bei der Standortagentur und der Agrarmarketing, auch die Einflusssphären der drei zuständigen Landesräte bleiben unverändert. Die Idee, die Standortagentur mit der Koordination und der Ausarbeitung von Projekten zu beauftragen, wurde wieder verworfen. Der Vorschlag sei auch am Widerstand von Wirtschaftslandesrätin Zoller-Frischauf gescheitert, die „ihre“ Agentur nicht aus der Hand habe geben wollen.
Was kann nun Töchterle tun, wenn ihm eine Idee seiner vielen zu koordinierenden Stellen so gar nicht gefällt? „Das muss ich dann aushalten oder korrigieren“, meinte er. Letztverantwortlich sei aber der Landeshauptmann. Der übernimmt auch den Vorsitz im Aufsichtsrat. Stellvertreter wird Andreas Braun.
Bezahlt wird Töchterle „je nach Aufwand“, im Nationalrat und an der Universität bleibt er. Die SPÖ kritisierte, dass es für eine derartige Position keine Ausschreibung gegeben habe.
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