Exporte der Milchwirtschaft dürften 2016 etwas unter 2015 liegen
Wien (APA) - Die Exporte von Milch- und Milchprodukten aus Österreich sind nach den ersten neun Monaten 2016 leicht unter der Vorjahresperio...
Wien (APA) - Die Exporte von Milch- und Milchprodukten aus Österreich sind nach den ersten neun Monaten 2016 leicht unter der Vorjahresperiode gelegen. Seit dem Sommer - also ab dem dritten Quartal - stiegen die Ausfuhren umsatzbezogen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2015 aber wieder an.
Im dritten Quartal gab es also wieder ein Plus. Nun hängt es vom vierten Quartal - für das es noch keine validen Daten gibt - ab, ob sich eine schwarze Null bei den Exporterlösen ausgeht, oder ob diese leicht unter dem Wert des Jahres 2015 zu liegen kommen.
In den ersten neun Monaten wurden Milch- und Milchprodukte im Wert von 848 Mio. Euro aus Österreich exportiert. Im selben Zeitraum 2015 waren es Waren im Wert von 861 Mio. Euro gewesen. Die Importe stiegen im selben Zeitraum leicht von 518 Mio. Euro im Jahr 2015 auf 527 Mio. Euro in den ersten drei Quartalen des Vorjahres, hieß es am Donnerstag aus dem Verband Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) auf APA-Anfrage. 306 Mio. Euro des Importwertes entfallen alleine auf Käse.
Im dritten Quartal gab es laut VÖM auch wieder Steigerungen gegenüber dem Vorjahresquartal, nachdem zum Halbjahr ein Rückgang verzeichnet worden war. Von Juni bis August wurden demnach der exportierte Warenwert um 3,9 Prozent gesteigert, während der importierte Warenwert um 27 Prozent anwuchs. Dank des positiven Trends nach der Jahreshälfte 2016 wird eben noch auf die knappe schwarze Null gegenüber 2015 gehofft.
„Milchexporte tragen mit circa 50 Prozent der Erlöse ganz wesentlich zur Absicherung der heimischen Milchwirtschaft bei“, erklärte der Präsident der Österreichischen Milchverarbeiter, Helmut Petschar, in einer Aussendung des VÖM.
Wichtigstes Exportprodukt ist Käse, gefolgt von Flüssigmilch und fermentierten Produkten wie beispielsweise Joghurt. Wichtigste Importprodukte sind neben Käse Milchpulver, flüssige Milchprodukte und Butter. Importprodukte gehen zu einem großen Anteil in die Eigenmarken des Lebensmittelhandels und auch in die industrielle Weiterverarbeitung.
Wichtigste Abnehmerländer heimischer Produkte sind Deutschland und Italien. Rund 85 Prozent der Produkte werden in Mitgliedsländer der EU geliefert. Der Anteil der Drittlandexporte wurde zuletzt deutlich auf 15 Prozent gesteigert - vor allem dank Spezialprodukten.
Heuer will die österreichische Milchwirtschaft „wieder große Anstrengungen unternehmen, um den Export weiter auszubauen“, so Petschar. Hohe Produktqualität sowie hohe Umwelt- und Verarbeitungsstandards seien dafür eine gute Basis, wie auch die Zusammenarbeit mit der A Marketing, so Petschar, der hauptberuflich Geschäftsführer der Kärntnermilch ist. Das Marktpotenzial müsse jedenfalls voll ausgeschöpft werden, um die Milchwirtschaft bestmöglich weiter zu entwickeln.
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