Tschechischer Präsident soll Geheimdienst-Infos ausgeplaudert haben
Prag (APA/dpa) - Der tschechische Präsident Milos Zeman hat offenbar unvorsichtig Geheimdienst-Informationen zur Terrorismusgefahr ausgeplau...
Prag (APA/dpa) - Der tschechische Präsident Milos Zeman hat offenbar unvorsichtig Geheimdienst-Informationen zur Terrorismusgefahr ausgeplaudert. „Reden ist Silber, aber Schweigen ist Gold“, ermahnte ihn am Donnerstag Ministerpräsident Bohuslav Sobotka. Andernfalls drohe, dass die Verbündeten dem Land keine Informationen mehr liefern würden, warnte der Sozialdemokrat auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz.
Zeman hatte in einem Rundfunkinterview erklärt, dass sich in Tschechien ein Mann aus dem Maghreb bewege, der im Verdacht stehe, mit terroristischen und islamistischen Organisationen zusammenzuarbeiten. Diese Information habe ihn beunruhigt, sagte der 72-Jährige und fügte hinzu: „Ich würde mir sogar wünschen, dass sich dieser Mann nun gefährdet fühlt.“
Bereits in der Vergangenheit hatte der Inlandsgeheimdienst BIS öffentlich gewarnt, dass Terroristen Tschechien als Transitland nutzen. Die Sicherheitsbehörden stellten indes klar, dass ihnen aktuell keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung vorliegen. Die erhöhte Polizeipräsenz nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin war vor einer Woche zurückgefahren worden.
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