Zwei bekannte Wiener Strafrichter gestorben
Wien (APA) - Mit Peter Seda und Fritz Zöllner sind in der vergangenen Woche zwei bekannte Wiener Strafrichter gestorben, die dem Landesgeric...
Wien (APA) - Mit Peter Seda und Fritz Zöllner sind in der vergangenen Woche zwei bekannte Wiener Strafrichter gestorben, die dem Landesgericht für Strafsachen über Jahrzehnte hinweg verbunden waren. Seda starb im 67. Lebensjahr in der Nacht auf den 5. Jänner nach kurzem, schweren Leiden, Zöllner am darauf folgenden Tag nach längerer Krankheit. Er wurde 72 Jahre alt.
Zöllner leitete als Vorsitzender zahlreiche spektakuläre Schwurprozesse. So verurteilte er 1993 den Ex-TV-Moderator und Regisseur Helmut Frodl wegen Mordes am Filmproduzenten Fritz Köberl zu lebenslanger Haft. Über einen ehemaligen Wiener Rathaus-Sprecher, der seine Freundin erwürgt hatte, verhängte er im Jahr 2005 18 Jahre Haft. Zöllner war für seinen trockenen Humor und seine oft ironiebehaftete Verhandlungsführung bekannt. Journalisten, die nach seinem Dafürhalten über „seine“ Prozesse nicht korrekt berichtetet hatten, wurden mitunter beim nächsten Zusammentreffen im Verhandlungssaal namentlich aufgerufen und coram publico gemaßregelt. Auf der anderen Seite erteilte der privat sehr umgängliche Richter jungen Medienvertretern auch immer wieder hilfreiche, zumindest aber gut gemeinte Ratschläge („Sie haben doch Jus studiert. Warum lernen‘S dann nix G‘scheites?“).
Peter Seda fungierte jahrelang als U-Richter und Beisitzer in Schöffenverfahren. Der gleichermaßen kauzige wie bei Kollegen wegen seiner Hilfsbereitschaft beliebte Jurist wechselte am Ende seiner Laufbahn zur Staatsanwaltschaft Wien, wo er sich vor allem der grenzüberschreitenden Strafverfolgung widmete. Unter anderem war er mit den Ermittlungen gegen den ehemaligen kasachischen Botschafter in Wien, Rakhat Aliyev, betraut. Dieser war im Zusammenhang mit der Entführung und Verschleppung zweier kasachischer Banker ins Visier der Anklagebehörde geraten, die schließlich ein Verfahren wegen Doppelmord-Verdachts einleitete. Journalisten mied der an sich leutselige Seda wie der Teufel das Weihwasser. Kreuzten in den Gängen des Grauen Hauses zufällig Prozessberichterstatter seine Wege, verwies er in einigen Fällen diese bereits auf bloßes Grüßen hin umgehend auf die Pressestelle.
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