Osttirol

Des Widerspenstigen Zähmung

© Baubezirksamt Lienz

Mit dem Hochwasserschutzprojekt am Villgratenbach wird um 7,66 Mio. Euro eine ausufernde Problemzone entschärft. Der Abschluss des ersten Bauabschnitts ist für Ende 2017 angepeilt.

Von Claudia Funder

Heinfels –Der Villgratenbach bewies wiederholt, welche Dynamik er haben kann. Mitte der 1960er-Jahre war er rechtsufrig ausgebrochen und hatte zu massiven Überschwemmungen im Sillianer Becken geführt. Aber auch in den Folgejahrzehnten war es immer wieder ein Kraftakt, der Naturgewalt Herr zu werden. Gefahrenzonenpläne und Untersuchungen bestätigten, dass großer Handlungsbedarf besteht. Es gilt, die Schwachstelle dauerhaft zu beseitigen.

Das Baubezirksamt Lienz, Fachbereich Wasserwirtschaft, realisiert derzeit mit einem Verbauungsprojekt die deutliche Erhöhung des Hochwasserschutzes im Ortszentrum von Heinfels. Dazu werden große Eingriffe in den Villgratenbach vorgenommen. „Im ersten Bauabschnitt wird ein hydraulischer Ausbau des Transportgerinnes – und zwar im Abschnitt von der Einmündung des Villgratenbaches in die Drau bis zur Firma EGO – vorgenommen“, erklärt Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes. „Dazu wird linksufrig auf einer Länge von rund 500 Laufmetern eine neue, massive Uferschutzmauer aus Steinzyklopen errichtet.“ 400 Meter wurden bereits errichtet, die verbleibenden sollen bis zum Frühjahr 2017 hergestellt werden.

Weiters wird die gesamte Sohle des Baches von der Mündung bis kurz oberhalb der Pun-Brücke bis zu einen Meter eingetieft. Durch diese Maßnahme ist es auch erforderlich, die gesamte rechte Uferschutzverbauung zu unterfangen und einen neuen Vorgrund herzustellen.

Oberhalb der historischen Pun-Brücke wurden der Einbau von Steinrippen im Sohlbereich und die teilweise Anhebung der Ufer durchgeführt. Bis auf wenige Restarbeiten sind diese Maßnahmen abgeschlossen. Parallel zu den Hochwasserschutzmaßnahmen plant die Gemeinde Heinfels die Optimierung von Verkehrswegen, den Bau eines Fußgängerüberganges und die Gestaltung von Rastplätzen. Der Abschluss des ersten Bauabschnittes ist, heißt es vonseiten des Baubezirksamtes, mit Ende 2017 geplant.

Im zweiten Bauabschnitt, der im kommenden Jahr starten soll, wird dann oberhalb des Tiwag-Krafthauses, am Schluchtausgang des Villgratenbaches, eine talüberspannende, massive Geschiebesperre errichtet. Diese ist bereits geplant, ein wasserrechtlicher Bewilligungsbescheid der BH Lienz liegt vor.

Die genehmigten Gesamtbaukosten für den derzeit laufenden ersten Bauabschnitt werden mit 3,16 Mio. Euro beziffert. Bisher wurden vom Baubezirksamt Lienz in Eigenregie und unter Mithilfe ortsansässiger Unternehmungen rund 2,4 Mio. Euro verbaut. In den zweiten Bauabschnitt bzw. die Geschiebesperre werden rund 4,5 Mio. Euro gepumpt werden. In Summe werden 7,66 Mio. Euro vonseiten des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasser, des Landes Tirol und der Gemeinde Heinfels sowie der Marktgemeinde Sillian in den Hochwasserschutz in Heinfels fließen. Die beiden Gemeinden sind Bauherr des Großprojektes.

Die Realisierung des zweiten Bauabschnittes wird mindestens drei Jahre in Anspruch nehmen.