Es ist wieder was im Busch: Dschungelcamp geht an den Start
Zum ersten Mal schickt RTL ein Ex-Pärchen ins Dschungelcamp. Dazu gibt‘s die übliche Mischung aus früheren Castingshow-Teilnehmern und älteren Semestern mit Starvergangenheit. Bleibt abzuwarten, ob das Moderatoren-Duo das Publikum mit neuen Frotzeleien bei Laune hält.
Von Christiane Fasching und Tamara Stocker
Coolangatta – Das „Ex“ gehört beim Dschungelcamp zum guten Ton, ebenso die hämischen Sprüche der Moderatoren. Sonja Zietlow und Daniel Hartwich laden ab Freitagabend (21.15 Uhr, RTL) zum alljährlichen Dschungel-Spektakel im australischen Urwald. Die beiden sind längst die wahren Stars von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“. Cocktails-schlürfend und gewohnt zynisch kommentiert das Duo das Geschehen im Camp.
Geht es nach Franco Rota von der Stuttgarter Hochschule der Medien, machen die beiden einen „exzellenten Job“. „Das ist Trash mit Qualität: Dazu kommt, dass ihre Texte hervorragend gescripted sind, was bei vergleichbaren Formaten wie ,Die Alm‘ oder ,Promi Big Brother‘ nicht der Fall ist.“ Den Vorwurf, dass auch sonst nach Drehbuch agiert wird, hält er für haltlos. „Eine solche Inszenierung würde nicht dem entsprechen, was der Zuschauer will. Die Sendung lebt von ihrer Unberechenbarkeit. Außerdem sind die Kandidaten zu schlechte Schauspieler für ein durchgeplantes Spiel“, ist Rota überzeugt.
Prominenz und Prüfungen zweitrangig
Und auch wenn die Kandidaten nicht prominenter werden – wie ein Blick in die Bildergalerie verrät – wird das Format dafür immer erfolgreicher. Die vergangene Staffel verfolgten im Schnitt rund 7,1 Millionen Zuschauer. „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ ist damit vielleicht eine der letzten großen TV-Shows des deutschen Fernsehens. Denn quotenmäßig muss sie sich nur noch vor dem „Tatort“ oder großen Sportereignissen fürchten.
Im Grunde kommt es auf die Prominenz der Kandidaten gar nicht an. Es ist auch nicht (mehr) die Wonne am Ekel, sondern die psychologischen Faktoren, die längst den Hauptreiz ausmachen. „Den meisten Zuschauern ist es egal, welche Penisse die Kandidaten schlucken müssen. Viel interessanter sind die Intrigen, Ad-hoc-Freundschaften und Koalitionen, die sich vor laufenden Kameras bilden“, ist Medienexperte Rota. Das TV-Spektakel, das mittlerweile in die elfte Runde startet, hält er für ein „beobachtenswertes Sozialexperiment, das in den besten Momenten wirklich spannend ist“.
Zwei Camps, zwei Chefs
Spannend könnte es ob der Kandidatenauswahl und einer kleinen Regeländerung allemal werden. Mit Gina-Lisa Lohfink (30) und Marc Terenzi (38) schickt RTL zum ersten mal ein Ex-Pärchen in das Pritschenlager. Diese müssen gleich die ersten Nächte auf engsten Raum miteinander verbringen, denn wie bereits im Vorjahr werden die Kandidaten in den ersten Tage in zwei Lager aufgeteilt. Sowohl im Hauptcamp, als auch in der C-Promi-Zweitfiliale „Snake Rock“ werden jeweils sechs Promis an den Start gehen. Dazu veröffentlichte RTL ein erstes Foto, das die Kandidaten wohl kurz vor dem Einzug in ihren jeweiligen Teamklamotten zeigt (siehe Bild oben).
Die Änderung: Die Teilnehmer haben es heuer selbst in der Hand, wer zu Beginn der Show neben ihnen am Lagerfeuer Platz nimmt. Demnach werden zwei Chefs bestimmt, die ihre Gruppe selbst zusammenwählten. Wer das ist und für wie viel Konfliktpotenzial dies schon vorab sorgte, sehen die Zuschauer am Freitagabend. Bereits am Donnerstag machten sich die zwölf Kandidaten nach einer kurzen Kennenlern-Runde am Strand auf in den Dschungel.
Ansonsten haben die Verantwortlichen an den Regeln nicht herumgeschraubt. Wie gehabt müssen sich die Teilnehmer täglich in einer Dschungelprüfung beweisen, um ihr eintöniges Reis-und-Bohnen-Menü aufzupeppen. Nach einer Woche entscheiden die Zuschauer nicht mehr wer zur Prüfung, sondern das Camp verlassen muss. Am 28. Jänner wird schließlich ein neuer Dschungelkönig gekrönt – im Vorjahr war es DSDS-Dauerkandidat Menderes Bagci.
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