Warnstreiks in deutscher Geldbranche - Folgen für Bankomaten

Berlin (APA/AFP) - Zahlreiche Beschäftigte der deutschen Geld- und Wertbranche haben am Freitag die Arbeit niedergelegt. Der Ausstand, der s...

Berlin (APA/AFP) - Zahlreiche Beschäftigte der deutschen Geld- und Wertbranche haben am Freitag die Arbeit niedergelegt. Der Ausstand, der sich auch auf die Bestückung von Bankomaten auswirken könnte, sei „erfolgreich angelaufen“, teilte die Gewerkschaft ver.di am Freitag mit. In Rheinland-Pfalz und im Saarland betrug die Beteiligung an den Warnstreiks nach Gewerkschaftsangaben teilweise mehr als 70 Prozent.

Hintergrund des Tarifkonflikts sind die Verhandlungen über den deutschen Bundeslohntarifvertrag für die insgesamt rund 11.000 Beschäftigten der Branche. Die ersten beiden Verhandlungsrunden der Gewerkschaften mit der dem Arbeitgeberverband Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) waren ohne Ergebnis geblieben. Für Montag sind neue Verhandlungen in Hannover geplant.

Der Streikaufruf von ver.di betrifft die deutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Berlin, Brandenburg, Hessen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Saarland und Bayern. Auswirkungen könnten den Bankensektor betreffen, unter anderem das Bestücken von Bankomaten, aber auch andere Wirtschaftsbereiche, die auf Sicherheitstransporte angewiesen sind.

ver.di fordert eine Erhöhung der Löhne um 1,50 Euro pro Stunde und eine Angleichung der Entgelte in den unterschiedlichen Regionen und Bereichen. Bisher klaffen die Löhne regional bis zu 40 Prozent auseinander. In mehreren Bundesländern liegen sie im Niedriglohnbereich.

„Die Beschäftigten haben die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber endgültig satt“, erklärte dazu ver.di-Verhandlungsführer Volker Nüsse. „Wir fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit.“ Auch müsse sich die Branche vollständig aus dem Niedriglohn verabschieden, schon damit die Betroffenen nicht „im Alter auf Almosen angewiesen sind“.