Auf dem Spielfeld sind alle Kinder gleich
Sie haben Spaß, treiben Sport und finden neue Freunde – beim Fußballspielen in Schwaz passiert Integration so ganz nebenbei.
Von Eva-Maria Fankhauser
Schwaz –Der Schiedsrichter pfeift und die Buben laufen euphorisch übers Spielfeld. Der Ball wird hin und her gepasst. Schuss und Tor. Der Jubel ist riesig. Ob der Torschütze ein afghanischer Junge ist oder ein Schwazer, spielt für die Fußballer und fürs Publikum keine Rolle. Sie sind ein Team, Freunde, und toben sich gemeinsam auf dem Rasen aus.
Bereits seit Langem sind Flüchtlinge bei den Schwazer Fußballern herzlich willkommen. Seit der vorigen Saison kamen aber immer mehr Kinder zum Training. „Das war dann kurzzeitig etwas unorganisiert. Keiner konnte Deutsch und es wurden immer mehr“, erzählt SC-Schwaz-Nachwuchsleiter Bernhard Holaus. Doch das Problem bekamen die Sportler schnell in den Griff. Sie holten sich Unterstützung bei der Stadtgemeinde. Unter anderem stand ihnen die Integrationsbeauftragte Günser Han zur Seite. „Teils haben sich die Flüchtlinge untereinander einfach selbst geholfen mit der Sprache. Und sonst haben wir ein gutes Dolmetscher- und Heimleiternetzwerk“, sagt Thomas Hatzl, Abteilung für Soziales der Stadt Schwaz.
„Bei den jüngeren Flüchtlingen ging das meistens sehr schnell, dass sie die wichtigsten Begriffe gelernt haben“, weiß Holaus. Die Integration funktioniere reibungslos. Die Zahl der Flüchtlingskinder bei den Trainings und Spielen schwanke immer etwas. „Aber so zehn Kinder sind schon meistens da. Wir haben uns darauf geeinigt, dass in jeder Altersgruppe zwei bis drei Kinder dazukommen können. Das funktioniert dann super von der Betreuung her“, sagt Holaus.
Die jungen Fußballer verstanden sich von Anfang an gut. „Es ist interessant: Je jünger die Kinder sind, desto offener stehen sie dem Thema gegenüber“, berichtet Holaus. Bei den 13- bis 14-Jährigen sei es schon etwas schwieriger. Doch laut Holaus sei die Integration eine Win-win-Situation. Man habe teils sehr gute neue Spieler im Team, die Flüchtlingskinder seien gerne dort und gut aufgehoben, und die Schwazer Spieler erfahren, wie es für die Flüchtlingskinder ist, in ein neues Land zu kommen, wie ihr Leben vorher war oder auch was sie mitgemacht haben. Ein Bub aus der Unterkunft in St. Martin sei ein regelrechtes Paradebeispiel der Integration. „Das ist so ein netter Junge, der von selbst zu uns kam und unbedingt mitspielen wollte. Mittlerweile hat er viele Freunde gewonnen und verbringt auch abseits des Fußballplatzes Zeit mit ihnen“, sagt Holaus.
Neben den Fußballern integrieren aber auch andere Schwazer Vereine Flüchtlinge. Immer wieder kommen auch Mädchen zum Taekwondo-Training. „Die machen gleich richtig mit und haben viel Spaß am Sport“, weiß Helga Platzer vom Verein. Laut Hatzl nehmen aber auch die Beachvolleyballer oder die Basketballspieler gerne Flüchtlinge in ihrem Team auf.
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