Neujahrsempfang mit Uraufführung
Alljährlich zeichnet der Kiwanis Club Lienz besonders talentierte Jungmusiker aus. Der Mölltaler Harmonikalehrer Gerald Ranacher komponierte für die diesjährige Verleihung einen „Isel Marsch“.
Von Christoph Blassnig
Lienz – Die drei Osttiroler Landesmusikschulen (LMS) Matrei-Iseltal, Sillian-Pustertal und Lienzer Talboden nominieren alle Jahre jeweils ein herausragendes Talent für den Förderpreis des Kiwanis Club Lienz. Auch die Musikschule Mölltal ist eingeladen. Nun war es wieder so weit: Vier Instrumentalisten wurden ausgezeichnet und bewiesen vor Publikum ihr Können.
Schon von Kindestagen an war für die Maturantin Bianca Schett aus Innervillgraten das Singen eine Freude. Eigentlich hatte sie das Saxophon für sich gewählt, alle Plätze waren aber belegt gewesen. Eine Schnupperstunde für Oboe fesselte sie: „Ich war sofort fasziniert von dem Klang dieses Instrumentes und bin dabeigeblieben. Ein Glück.“ Im Herbst wird sich Bianca am Mozarteum in Innsbruck für Instrumental- und Gesangspädagogik (IGP) einschreiben, dazu vielleicht auch das Konzertfach für Oboe belegen. Am Flügel begleitet von Lukas Außerdorfer, stellte sie zur Preisverleihung drei Stücke vor, ein viertes Werk als Solistin.
Vier Jahre lang hat dem Leisacher Dominik Senfter sein Vater das Spielen des Flügelhorns beigebracht. Sein offener, klarer Ton fiel Musikschulleiter Hans Pircher gleich auf, als Dominik ein Referat hielt. An der Landesmusikschule Lienz unterrichtet Martin Mairer den jungen Musiker zusätzlich an der Trompete. Nach der Matura im nächsten Jahr wäre die Militärmusik ein Ziel, vielleicht bei der Garde in Wien. Seinen Ton am Flügelhorn stellte Dominik mit dem Vortrag von „Share my Yoke“ unter Beweis. In zwei Konzerten, eines aus der Feder des russischen Komponisten Arutjunian, glänzte er als Trompeter mit Tempo und Kontrolle.
Mit Kreativität und Geschick erlernt Matteo Dallavia aus Huben im zweiten Lehrjahr gerade das Tischlerhandwerk. „Weil er damit etwas schaffen kann, das Bestand hat“, bekundete der dritte Kiwanis-Preisträger seinem Musikschulleiter Jo Mair einmal. Seit 2007 verfeinert Matteo sein Flügelhornspiel bei Christoph Fuetsch an der LMS Matrei-Iseltal. Auch der junge Hornist nennt die Gardemusik in Wien als erstrebenswerten Schritt in seiner musikalischen Ausbildung. Die Wahl fiel auf das Waldhorn, weil ein Cousin einmal eines mitbrachte und es Matteo als Einzigem aus seiner Familie gelang, dem Instrument einen Ton zu entlocken. Matteo möchte ein Studium am Waldhorn abschließen.
Auf einer steirischen Harmonika seines Lehrers Gerald Ranacher überraschte Manuel Zlöbl aus Rangersdorf die Zuhörer mit Spielwitz und Gefühl gleichermaßen. Jazzklänge des Welthits „Take Five“, im Trio vorgetragen, folgten auf den „Vierteljahrhundert Dreiviertler“ von Herbert Pixner. Genau darum ging es ihm bei der Stückauswahl, „etwas Untypisches, Neues zu Gehör zu bringen“. Pixner sei ein großes Vorbild, wie auch sein Lehrer. Konkrete Berufswünsche nennt der HTL-Schüler noch nicht.
Den Auftakt zu Manuels Harmonikaklängen machte die Uraufführung einer neuen Komposition Gerald Ranachers. „Vor einem halben Jahr haben wir wieder die Einladung zu den Kiwaniern nach Lienz erhalten“, so der Musiker. Zum Dank habe er diesen Marsch mitgebracht. Und weil dessen ruhend-sanfte und bedrohlich-gefährliche Wendungen an einen Flusslauf erinnern, stand der Titel für Ranacher bald fest: „Isel Marsch“.
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