AfD-Chef distanziert sich von Treffen rechtspopulistischer Parteien

Berlin (APA/Reuters) - Die rechtspopulistische deutsche AfD geht auf Distanz zu anderen EU-Rechtsparteien. AfD-Chef Jörg Meuthen hat sich am...

Berlin (APA/Reuters) - Die rechtspopulistische deutsche AfD geht auf Distanz zu anderen EU-Rechtsparteien. AfD-Chef Jörg Meuthen hat sich am Freitag von einem Treffen dieser Parteien distanziert, an dem kommenden Samstag in Koblenz auch Co-Chefin Frauke Petry teilnehmen soll. „Die Veranstaltung in Koblenz ist eine reine ENF-Sache, mit der die AfD nichts zu tun hat“, erklärte Meuthen.

Zum Kongress der Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“ (ENF) werden unter anderem die Französin Marine Le Pen und der Niederländer Geert Wilders erwartet, deren offene EU-Austrittspläne umstritten sind. Die FPÖ, die im Vorjahr einen großen Kongress der rechtspopulistischen Parteien in Wien und Vösendorf veranstaltet hatte, ist durch den EU-Abgeordneten Harald Vilimsky vertreten. Parteichef Heinz-Christian Strache könne wegen einer „terminlichen Unpässlichkeit“ nicht kommen, sagte Vilimsky der APA auf Anfrage.

Kritik löste die Entscheidung aus, Vertreter von TV-Sendern, Magazinen und Zeitungen nicht zur Berichterstattung zuzulassen. Eine Mitarbeiterin des AfD-Europaabgeordneten Marcus Pretzell konnte am Freitag keine Begründung für die Maßnahme geben. Pretzell ist Mitglied der ENF-Fraktion. Am Donnerstag hatte er getwittert: „Katzenjammer im Journalistenzirkus.“ Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, des „Spiegels“ und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ „dürfen nicht zur ENF-Konferenz nach Koblenz“.