Steinmeier startet Friedensinstitut in Kolumbien

Bogota (APA/dpa) - Zum Abschluss seines Kolumbien-Besuchs hat der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier ein Friedensinstitut auf de...

Bogota (APA/dpa) - Zum Abschluss seines Kolumbien-Besuchs hat der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier ein Friedensinstitut auf den Weg gebracht, das nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs zur Versöhnung in Kolumbien beitragen soll. „In Deutschland haben Sie einen Partner, einen Partner für den Frieden“, sagte er bei einer Auftaktveranstaltung für die Einrichtung am Freitagabend (Ortszeit) in Bogota.

Auch versicherte Steinmeier, dass Deutschland den Friedensprozess zwischen Regierung und Rebellen weiter eng begleiten werde. Nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg mit mehr als 220.000 Toten und fünf Millionen Binnenflüchtlingen hatten sich die kolumbianische Regierung und die FARC-Guerilla Ende vergangenen Jahres auf ein Friedensabkommen geeinigt. Bis Ende Mai sollen die rund 5.800 Rebellen ihre Waffen niederlegen. Mit der zweiten großen Guerillagruppe ELN gibt es aber noch kein Friedensabkommen.

Das Deutsch-Kolumbianische Friedensinstitut soll ein zentraler deutscher Beitrag zum Versöhnungsprozess werden. Seit 2014 bereitete das Auswärtige Amt die Gründung zusammen mit Universitäten und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst vor. Das Institut soll die Politik beraten und Friedens- und Konfliktforschung betreiben.

Nach Auffassung Steinmeiers können deutsche Forscher vor allem die Erfahrungen mit Versöhnungsprozessen nach 1945 und nach der Wiedervereinigung in das Institut einbringen. Die Einrichtung soll im Sommer seine Arbeit aufnehmen und wird pro Jahr 400.000 Euro aus deutschen Steuergeldern gefördert.