Unfälle und Straßensperren: Der Winter hat Tirol im Griff
Die Fernpassstraße war ab 18 Uhr wegen Schneeräumungsarbeiten erneut komplett gesperrt. Auf der A13 in Richtung Brenner stauten sich die Lkw. In Götzens wurde eine Frau von einem Auto gegen eine Mauer gedrückt. In Hopfgarten stürzte ein Milchtankwagen ab.
Der starke Schneefall hat am Samstag zu Unfällen und Straßensperren geführt.
Ein besonders schwerer Unfall ereignete sich am frühen Nachmittag in Götzens. Dort kam eine Familie gerade von einem Skiausflug zurück. Während die Mutter mit den zwei Kindern ausstieg und sich in die Nähe des Hauses stellte, wollte der Vater mit dem Auto über die leicht abschüssige Einfahrt fahren. Dabei geriet er plötzlich ins Schlittern. Das Auto wurde unkontrollierbar. Die Frau stand so ungünstig, dass sie vom Pkw erfasst und gegen einen Mauervorsprung gedrückt wurde. Die zwei Kinder standen zum Glück etwas abseits und blieben unverletzt. Rettungskräfte mussten die Frau mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Krankenhaus einliefern. Mann und Kinder erlitten laut Auskunft der Polizei einen Schock.
Bereits in den frühen Morgenstunden waren mehrere Lkw auf der Brennerautobahn in eine Kollision verwickelt. Wie ein Polizist der Autobahnpolizei Schönberg erklärte, sind im Bereich der Europabrücke vier Lkw ineinandergeschlittert. Die Fahrbahn musste in Richtung Norden gesperrt werden. Über Verletzte gab es keine Berichte, offenbar entstand nur Sachschaden. Dafür bildete sich ein Lkw-Stau, der bis zur Mautstelle Schönberg reichte. Aufgrund des Wetters war laut Polizei nicht mit einer raschen Stau-Auflösung zu rechnen.
Nach einem Auffahrunfall in Kiefersfelden kam es gegen 9.40 Uhr zu einem langen Stau auf der Staatsstraße, der bis nach Kufstein reichte. Ein 26-jähriger Autolenker hatte vor einer roten Ampel angehalten. Ein nachfolgender Kufsteiner bemerkte dies zu spät. Der 29-Jährige bremste noch, schlitterte jedoch auf der schneebedecken Fahrbahn gegen das Heck des Wagens vor ihm. Bei der Kollision wurden die Beifahrerin des Tirolers und der bayerische Lenker leicht verletzt. Die Fahrzeuge versperrten bis zum Eintreffen des Abschleppwagens die Kreuzung. Die Straße wurde deshalb für 45 Minuten komplett gesperrt. Es entstand ein langer Stau - sowohl in Richtung Kufstein als auch bis zur Autobahnauffahrt Kiefersfelden.
In Hopfgarten rutschte ein Milchtankwagen trotz Schneeketten über den Fahrbahnrand, überschlug sich einmal und blieb schließlich auf den Rädern stehen. Der Lkw-Lenker wurde so schwer verletzt, dass er mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Kufstein geflogen werden musste.
Die Fernpassstraße (B179) war bereits am Vormittag zwischen Fernpass und Nassereith wegen der winterlichen Verhältnisse stundenlang komplett gesperrt gewesen. Am Nachmittag wurde die Straße zwischen Nassereith und Reutte erneut für zwei bis drei Stunden wegen Schneeräumungsarbeiten komplett gesperrt.
Auf vielen Tiroler Bundes- und Landesstraßen galt wegen der Schneeglätte zudem Schneekettenpflicht für alle Fahrzeuge, unter anderem zwischen Hinterux und Tux, zwischen Fügen und Hochfügen sowie auf der Kühtai Landesstraße und der Paß Thurn Straße zwischen Jochberg und Paß Thurn.
Große Lawinengefahr in Tirol und Vorarlberg
Eine Kombination aus reichlich Neuschnee, stürmischen Höhenwinden und tiefen Temperaturen hat die Lawinengefahr im Westen Österreichs am Samstag noch einmal verschärft. In den neuschneereichen Gebieten Tirols ist die Lawinengefahr bereits in der Früh groß und erreicht damit die Warnstufe "4" der fünfteiligen Skala. Auch in Vorarlberg steigt die Gefahr im Tagesverlauf gebietsweise auf "4".
Als durchwegs kritisch beurteilen die Experten die Lawinengefahr in allen Regionen Tirols und Vorarlbergs. Warnstufe "4" wurde Samstag früh vor allem in den Gebieten mit viel Neuschnee in der Silvretta, auf dem Arlberg, im Außerfern sowie dem Osttiroler Tauernkamm erreicht. Dort ist laut Lawinenwarndienst auch mit Selbstauslösungen von Lawinen zu rechnen, die größere Ausmaße erreichen können und damit auch exponierte Verkehrswege gefährden.
In allen anderen Gebieten Tirols und Vorarlbergs ist die Lawinengefahr weiterhin erheblich (Stufe "3"). Gefahrenstellen liegen in steilen Hängen aller Richtungen. Lawinenexperten beurteilen die Situation abseits gesicherter Pisten als "sehr heikel". Skifahrern ohne umfassende Erfahrung raten sie, die Pisten nicht zu verlassen. Auch erfahrene Wintersportler sollten vorsichtig in der Routenwahl sein und Zurückhaltung walten lassen, hieß es seitens des Lawinenwarndienstes.
Die Asfinag stand auf der Arlberg Schnellstraße (S16) im Volleinsatz: Zwölf Fahrzeuge räumten den Schnee weg. Insgesamt waren auf den Autobahnen in Tirol und Vorarlberg 160 Mitarbeiter im Einsatz. Vor dem Dalaaser Tunnel wurde aus Sicherheitsgründen die Blockabfertigung aktiviert. Der Rückstau war am Nachmittag 15 Kilometer lang. "Wir appellieren an alle Autofahrerinnen und Autofahrer, die Geschwindigkeit anzupassen, Geduld mitzubringen und nur mit Winterausrüstung zu fahren", sagt Stefan Siegele, Abteilungsleiter und Geschäftsführer der ASFINAG Alpenstraßen. (TT.com, APA)