Abfahrt in Zauchensee abgesagt, Planungen für Sonntag laufen
Sonntag ist der Tag der letzten Chance, die Abfahrt wurde für 12.15 Uhr angesetzt.
Zauchensee – Die heroischen Veranstalter des Damen-Weltcups in Altenmarkt/Zauchensee werden bis zum Schluss auf eine harte Probe gestellt. Nachdem die Kälberloch-Strecke in der Nacht zum fünften Mal vom Neuschnee befreit worden war, sorgte neuerlicher Schneefall auch am Samstagvormittag für Absage von Training und Abfahrt. Sonntag ist der Tag der letzten Chance, die Abfahrt wurde für 12.15 Uhr angesetzt.
In „Zauchenschnee“ müsste man das romantische Hoteldorf am Ende des Pongauer Zauchtales eigentlich umtaufen. Die Kälberloch-Rennpiste in der Heimat von Ex-Abfahrtsweltmeister Michael Walchofer war schon vor Wochen perfekt und rennfertig gewesen, ehe mit dem großen Kälteeinbruch auch massiver Schneefall kam.
Insgesamt rund einen Meter Neuschnee habe man in der vergangenen Woche aus der Piste geholt, berichtete Rennleiter Thomas Gsodam der APA. Trotzdem musste FIS-Renndirektor Atle Skaardal beide Trainings und dann am Samstag auch das komplette Programm mit Training und Rennen an einem Tag absagen.
Kurz überlegte man danach, Sonntag doch die für diesen Tag am Kalender stehende Alpine Kombination durchzuführen, weil ein Super-G einfacher zu bewältigen ist. „Die Abfahrt war wegen der bestehenden Rennlinie aber letztlich die bessere Variante“, erklärte Skaardal.
Für die Abfahrt muss es aber vorher zumindest einen Trainingslauf geben, dieser wurde Sonntag für 9.30 Uhr angesetzt. Gestartet wird auf verkürzter Strecke beim Hot Air.
Die Wetter-Prognosen sind erstmals in dieser Woche vielversprechend, aber auch nicht so toll wie erhofft. „Ich bleibe mal zuversichtlich“, meinte Skaardal. Die Kombi nachzutragen, werde „keine leichte Übung“.
Selbst die Rennläuferinnen hatten am Samstag bei der ersten Besichtigung als Pistenrutscherinnen ausgeholfen. Aber weder das noch der Einsatz von Hunderten, Tag und Nacht im Einsatz befindlichen, freiwilligen Helfer nützte am Ende etwas.
Als „Schneepflug“ war auch Lindsey Vonn unterwegs. Die US-Amerikanerin hat Zauchensee als Schauplatz ihres Comebacks nach Oberarmbruch auserkoren, ist bisher über einige Streckenbesichtigungen nicht hinausgekommen. Samstag hätte sie Startnummer sieben gehabt.
Abfahrts-Favoritin ist trotz der Sieg-Ambitionen Vonns die Speed-Sensation Ilka Stuhec. Die Slowenin hat alle drei bisherigen Abfahrten in Lake Louise (2) und Val d‘Isere, aber auch die einzige Kombi gewonnen.
Stuhec fand sich angesichts der neuerlichen Schneemassen schnell mit der Absage ab. „Es gibt eine Grenze. Wenn man gesund bleiben will, ist es vielleicht besser so“, sagte sie zum ORF.
Durch die Kombi-Absage kann Mikaela Shiffrin ihre Führung in der „Road to Aspen“ nicht ausbauen. Auch ein eventuelles Comeback der am Knie verletzten Michaela Kirchgasser fällt ins Wasser.
Für Elisabeth Görgl beginnt in Zauchensee hingegen eine wichtige Phase. Die 35-Jährige hat bisher keine guten Ergebnisse vorzuweisen, ist aber letzte ÖSV-Siegerin in Zauchensee (2014). Die voraussichtlich eher weiche Piste kommt ihr aber nicht entgegen.
Kommende Woche kann die Steirerin in Garmisch-Partenkirchen und damit auf der Piste, auf der sie 2011 Speed-Doppelweltmeisterin geworden ist, erneut um ihr WM-Ticket für St. Moritz kämpfen. Ähnliches versucht Landsfrau Tamara Tippler, die verletzungsbedingt bisher nicht anschreiben konnte.
ÖSV-Damenchef Jürgen Kriechbaum gab sich trotz der Verletzungen seiner Speed-Asse Cornelia Hütter und Anna Veith zuversichtlich für die vierte Saisonabfahrt. „Wir haben sieben Läuferinnen in den Top-30, mit Veith und Hütter wären es sogar neun“, verwies er auf die Dichte der von Roland Assinger geführten Damen-Abfahrtsmannschaft. „Nur ganz vorne fehlt es halt noch.“
Für Zauchensee wäre die Abfahrt das letzte Weltcup-Rennen auf längere Zeit. Im Dreierrad mit Bad Kleinkirchheim (2018) und St. Anton (2019) ist man erst 2020 wieder an der Reihe. Außer man springt wie im Vorjahr für St. Anton wieder für einen anderen Ort ein. Schnee hat man hier ja offenbar stets genug.
(APA)
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