Fall Haradinaj - „Monster“: Serbische Medien mit harschen Tönen
Belgrad/Paris (APA/dpa) - Serbische Medien haben den von der französischen Justiz unter Auflagen auf freien Fuß gesetzten, kosovarischen Opp...
Belgrad/Paris (APA/dpa) - Serbische Medien haben den von der französischen Justiz unter Auflagen auf freien Fuß gesetzten, kosovarischen Oppositionspolitiker Ramush Haradinaj als „Monster“ bezeichnet. „Die Bestialität Haradinajs: Er hat ein Baby in der Wiege abgeschlachtet und dieses Monster ist in Freiheit“, titelte die Belgrader Zeitung „Kurir“ am Samstag.
Serbien will die Auslieferung des früheren Regierungschefs, weil er für Kriegsverbrechen im Kosovo-Krieg 1998/99 verantwortlich sein soll. Er war jüngst aufgrund eines serbischen Haftbefehls in Frankreich festgenommen worden. Bis zur endgültigen Entscheidung über die von Belgrad beantragte Auslieferung kam er auf freien Fuß, darf Frankreich aber nicht verlassen. Vom UNO-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) wurde Haradinaj freigesprochen.
„Liefert uns Haradinaj aus, sonst zerreißen wir europäische Haftbefehle“, schrieb die Regierungszeitung „Novosti“ unter Bezug auf eine in diese Richtung gehende Drohung der Behörden auf ihrer Titelseite. „Unsere Armee soll den Norden des Kosovo einnehmen“, zitierte die als Regierungssprachrohr geltende Boulevardzeitung „Informer“ den führenden heimischen Militärexperten Miroslav Lazanski.
Im Nordkosovo stellt die serbische Minderheit lokal die Mehrheit. Die fast nur noch von Albanern bewohnte frühere serbische Provinz Kosovo hatte sich 2008 nach Jahren unter UNO-Verwaltung für unabhängig erklärt und ist heute von mehr als 100 Ländern völkerrechtlich anerkannt. Serbien betrachtet den Kosovo als Bestandteil Serbiens.
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