Die größten Krisenherde in Afrika
Bamako (APA/dpa) - Trotz großer wirtschaftlicher und politischer Fortschritte in den meisten Ländern Afrikas werden auf dem Kontinent immer ...
Bamako (APA/dpa) - Trotz großer wirtschaftlicher und politischer Fortschritte in den meisten Ländern Afrikas werden auf dem Kontinent immer noch Staaten von Konflikten oder Terrorismus erschüttert. Am Wochenende fand in der malischen Hauptstadt ein französisch-afrikanischer Gipfel der Staats- und Regierungschefs statt. Im Folgenden ein Überblick der gegenwärtig größten Krisenherde in Afrika:
NIGERIA: Militärisch hat Nigeria die islamistische Terrororganisation Boko Haram zurückgedrängt. Doch die sunnitischen Extremisten führen immer noch Anschläge im Nordosten des Landes aus. Mehr als zwei Millionen Nigerianer sind vor der Gewalt geflohen. Im Nordosten sind den Vereinten Nationen zufolge fünf Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, rund zwei Millionen von ihnen gelten bereits als mangelernährt.
MALI: Der Norden Malis und die angrenzenden Gebiete der Sahelzone sind ein Rückzugsgebiet für Rebellen und islamistische Terroristen. Neben Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) sind dort die Terrorgruppen Ansar Dine und Al-Mourabitoun aktiv. Zuletzt gab es auch vermehrt Anschläge im Zentrum des Landes. Bis zu 15.000 UNO-Blauhelmsoldaten und Polizisten bemühen sich um eine Stabilisierung des Landes. Terrorgruppen aus der Sahelzone haben zuletzt auch Anschläge in Niger, Burkina Faso und Cote d‘Ivoire (Elfenbeinküste) verübt. Frankreich hat in den Ländern der Sahelzone rund 4.000 Soldaten im Einsatz.
SÜDSUDAN: Die jüngste Nation der Welt steht auf der Kippe. Die Vereinten Nationen warnen vor einem Völkermord. Etwa 13.000 Blauhelmsoldaten bemühen sich um eine Stabilisierung des ostafrikanischen Landes, die Entsendung von weiteren 4.000 ist schon beschlossen. Doch die Truppen von Präsident Salva Kiir und jene seines früheren Stellvertreters Riek Machar bekämpfen sich immer wieder. Der Ende 2013 ausgebrochene Konflikt hat Zehntausende Menschenleben gefordert; knapp drei Millionen Menschen sind auf der Flucht vor der Gewalt. Nach UNO-Angaben haben rund 4,8 Millionen Menschen - also etwa jeder dritte Südsudanese - nicht genug zu essen.
SOMALIA: Seit 1991 steckt Somalia scheinbar in einem Kreislauf aus Gewalt, Flucht und Hunger. Die islamistische Terrororganisation Al-Shabaab kämpft um die Vorherrschaft in dem Land am Horn von Afrika. Sie will dort einen sogenannten Gottesstaat errichten. Trotz einer zum Großteil von der EU finanzierten und rund 20.000 Mann umfassenden Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) sind Frieden und Stabilität noch nicht in Sicht. Al-Shabaab greift auch immer wieder Ziele im benachbarten Kenia an.
DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO: Der Osten des zentralafrikanischen Riesenreiches Demokratische Republik Kongo wird von zahlreichen Milizen heimgesucht. Sie kämpfen um Einflussgebiete und die Kontrolle über reiche Mineralienvorkommen, etwa um Gold, Diamanten und Coltan. Die mit rund 20.000 Soldaten größte UNO-Friedensmission sorgt für relative Stabilität in dem Gebiet. Das größte Risiko könnte nun jedoch aus der fast 2.000 Kilometer westlich gelegenen Hauptstadt Kinshasa kommen: Präsident Joseph Kabila weigert sich, zurückzutreten. Sollte er Ende 2017 nicht abtreten, drohen politische Unruhen.
Kommentare