Mit der Heimat gegen die Heimat: Ingrid Puganigg wird 70
Wien (APA) - Von einer angehenden Drogistin zu einer der „verpsychologisierten Welt“ Widerstand leistenden Autorin, wie es im Eintrag des Li...
Wien (APA) - Von einer angehenden Drogistin zu einer der „verpsychologisierten Welt“ Widerstand leistenden Autorin, wie es im Eintrag des Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek heißt: Die gebürtige Kärntnerin Ingrid Puganigg kann eine eher untypische Schriftstellerkarriere vorweisen. Am kommenden Sonntag (22. Jänner) feiert sie ihren 70. Geburtstag.
Bereits 1980 wurde die damals 33-Jährige mit dem Stipendium des Ingeborg-Bachmann-Preises ausgezeichnet, aber auch als Schauspielerin konnte Puganigg Erfolge feiern. Mit ihrer jüngsten Veröffentlichung meldete sie sich 2014 zurück, ein E-Mail-Wechsel mit ihrer alten Freundin Monika Helfer als Wechselspiel aus Alltagsnotizen, Fantasie und Poesie.
Geboren wurde Puganigg am 22. Jänner 1947 im kärntnerischen Gassen, 1962 übersiedelte sie mit der Familie nach Höchst in Vorarlberg. Zur Literatur kam Puganigg nach einer abgebrochenen Ausbildung zur Drogistin über Tätigkeiten als Werbetexterin und Fotograveurin. Nach ihrem Debüt mit dem Gedichtband „Es ist die Brombeerzeit die dunkle“ (1978) bedeutete der Roman „Fasnacht“ drei Jahre später den Durchbruch für die Autorin.
Für den „gegen die Heimat gerichteten Heimatroman“, wie es der Schweizer Germanist Roland Ris in seiner Laudatio auf Puganigg anlässlich der Verleihung des Bodensee-Literaturpreises der Stadt Überlingen 1983 formulierte, sammelte sie auch Schauspielerfahrung, wurde das Werk doch unter dem Titel „Martha Dubronski“ vom Schweizer Regisseur Beat Kuert mit Puganigg in der Hauptrolle verfilmt.
Zu den weiteren Werken der Schriftstellerin zählen „La Habanera“ (1984), „Laila“ (1988) oder „Hochzeit“ (1992). 1977 erhielt sie das Literatur-Staatsstipendium des Kulturministeriums, 1986 wurde sie im Rahmen des Bachmann-Wettbewerbs mit dem Preis des Landes Kärnten ausgezeichnet. Für ihre Rolle in der „Fasnacht“-Adaption erhielt sie 1985 den Preis als beste Darstellerin beim Filmfestival von San Remo. Heute lebt Puganigg in der Nähe von Hannover.
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