Absenz von Bürgerrechtler bei Amtseinführung bringt Trump in Rage

Washington (APA/AFP) - Die Ankündigung des weithin bekannten Bürgerrechtlers und Abgeordneten John Lewis, er werde nicht an Donald Trumps Am...

Washington (APA/AFP) - Die Ankündigung des weithin bekannten Bürgerrechtlers und Abgeordneten John Lewis, er werde nicht an Donald Trumps Amtseinführung teilnehmen, ist dem künftigen US-Präsidenten übel aufgestoßen.

Lewis solle sich lieber um seinen Wahlkreis im US-Staat Georgia kümmern, der in einem „furchtbaren Zustand“ und „kriminalitätsverseucht“ sei, empfahl Trump dem 76-jährigen Abgeordneten, der seit 30 Jahren im Parlament sitzt, am Samstag via Twitter-Kurzbotschaft. Mindestens 16 demokratische Kongressmitglieder haben bisher angekündigt, nicht an der Amtseinführung des 45. US-Präsidenten am kommenden Freitag teilzunehmen.

Er sehe Trump nicht als legitim gewählten Präsidenten an, sagte Lewis dem Sender NBC in einer Talk Show, die am Sonntag ausgestrahlt werden sollte: „Die Russen haben dazu beigetragen, das dieser Mann gewählt wurde.“ Es werde das erste Mal seit 1987 sein, dass er der Amtseinführung eines Präsidenten fernbleibe.

Lewis solle nicht „fälschlicherweise“ über das Wahlergebnis klagen, twitterte Trump. „Nur Gerede, Gerede, Gerede - weder Taten noch Ergebnisse! Traurig!“

Die Ex-Präsidenten George W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter wollen an der Amtseinführung Trumps teilnehmen - ebenso wie die demokratische Kandidatin Hillary Clinton, die Trump unterlag.

Lewis erhielt Solidaritätsbekundungen von zahlreichen Parteifreunden und auch von Republikanern. Schon viele hätten versucht, Lewis „zum Schweigen zu bringen“, twitterte die demokratische Minderheitsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi. „Alle sind gescheitert.“ Lewis sei wegen seines Bürgerrechts-Engagements mehr als 40 Mal geschlagen und festgenommen worden, schrieb der Senator Chris Coons. „Er ist ein wahrer amerikanischer Held und steht für das Beste von uns.“ Der republikanische Senator Ben Sasse twitterte: „John Lewis und sein ‚Gerede‘ haben die Welt verändert.“

Aus Anlass der Inauguration des neuen Präsidenten wollen am kommenden Wochenende Hunderttausende US-Bürger an Protestveranstaltungen teilnehmen. Für Samstag ist ein Marsch der Frauen in Washington angekündigt, zu dem die Organisatoren 200.000 Teilnehmer erwarten.